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Badische Geschichte / Karl Brunner
Entstehung
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Die Römer in Baden .

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zur Römerzeit eine ziemlich dichte Bevölkerung und eineHohe Anbaufähigkeit besaß, daß darum von einer ausgedehntenVersumpfung, wie in Ermanglung genügender Beobachtungenfrüher angenommen worden war, nicht die Rede sein kann.Es läßt sich vielmehr als das Ergebnis jahrzehntelangerumfassender und systematischer Nachforschungen*) heute mitSicherheit sagen, daß abgesehen von jener kurzen Epi-sode derGallischen Einöde" eine Kontinuität inder Besiedlung und Kultivierung unseres Landestrotz allen Wechsels seiner Bevölkerung von der ältestenprähistorischen Epoche bis in die Zeit der endgültigen Völker-verteilnng in Mitteleuropa , ja bis auf den heutigen Tagzu beobachten ist.

Tas Land befand sich damals ohne Zweifel in einemblühenden Zustand. Tas im Römerreich konzentrierte hoch-entwickelte Kulturleben mit seinen Licht- und Schattenseitenkam auch in unsern Tälern zur Entfaltung. RömischeSoldaten und Kaufleute brachten die erste Kunde des Christen-tums hierher, doch ohne tiefere Einwirkung auf die keltisch-germanisch-römische Mischbevölkernng, die wohl im ganzendie heidnische Staatsreligion Roms annahm, vielfach durch-setzt mit einheimischen oder fremden Elementen, wie dennselbst der Mithraskult aus dem fernen Orient am Ober-rhein auftrat; dieser Gottheit geweihte Kapellen fanden sichbei Neuenheim und bei Osterburken .

In politischer Beziehung nahm das Territoriumeine merkwürdige Sonderstellung innerhalb des römischenStaatsverbandes ein. Zunächst wurde der unter außer-gewöhnlichen Verhältnissen besetzte Strich, soweit er nichtzu rein militärischen Zwecken benötigt war, kaiserliches

*) Diese sind in erster Linie das Verdienst des früher langein Baden tätigen, jetzigen Direktors des Mainzer Museums,Pros. Dr. Schumacher (vgl. dessen zahlreiche Abhandlungen).