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Das erneuerte Stammesherzogtum rc.
oftmals weilte, wie denn auch in jener Zeit höchster Blütedeutscher Waffentüchtigkeit das schwäbische Aufgebot den Kernder kaiserlichen Truppen bildete.
Unter den Getreuen des Kaisers, die ihn auf seinenZügen begleiteten, befand sich auch ein Bertold, Grafin der Baar, im Breisgan, in der Ortenau, im-oberen Albgau und im Thurgau , wahrscheinlich derLohn des oben (S. 29) erwähnten gleichnamigen Grafen.Tiefer erfreute sich offenbar der besonderen Gunst Heinrichs,der ihm, wie erzählt wird, in Anerkennung seiner Verdienstedie Anwartschaft auf das Herzogtum Schwaben bei dernächsten Erledigung eröffnete und ihm zum Unterpfanddessen seinen Siegelring übergab. Doch zum Unglück fürdas Reich, zum Unglück insbesondere auch für die ober-ros« rheinischen Lande starb der Kaiser schon 1056 unter Zurück-lassung eines vierjährigen Sohnes zu einer Zeit schwersterKämpfe, die mehr denn je eine volle Manneskraft erforderthätten. Am empfindlichsten wohl brach das Verhängnisworüber Schwaben herein. 1057 starb Herzog Otto. UnterMißachtung der Ansprüche des Grasen Bertold setzte dieKaiserin Mutter und Regentin Agnes den alemannischenGrafen Rudolf von Rheinfelden , der durch Brautraubsich zu ihrem Schwiegersohn gemacht hatte, in die Herzogs-rosiwürde ein. Bertold wurde 1061 mit dem HerzogtumKörnten nebst der Markgrafschaft Verona abgespeist,Gebiete, in die er sich niemals den Eintritt hat erzwingenkönnen, von denen aber doch späterhin sein Haus die Her-zogswürde und den Markgrafentitel herleitete. HerzogBertold ist der Stammvater des Fürstengeschlechtsder Zähringer (vgl. den besonderen Abschnitt S. 42ff.s.bi? In den schweren Zerwürfnissen, die durch Heinrichs IV.rras Unbesonnenheit und Starrsinn unter den deutschen Fürstenund Stämmen hervorgerufen wurden, und die namentlich