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Badische Geschichte / Karl Brunner
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Die Herzoge von Zähringen .

oben (s. S. 20) im Gefolge Kaiser Ottos III. begegnete undvon diesem zu Rom Markt-, Münz- und Zollprivileg für seinenOrt Villingen die älteste nachweisbare mittelalterliche Stadt SMBadens erhielt. Der Ansgang des langjährigen Streitesum das Herzogtum Schwaben , innerhalb dessen Grenzen wohlkeiner sich an Macht und Besitz mit dem Zähringer messenkonnte, wies Bertold II. , dem zweiten Sohn Bertolds I., mitdem später auf die breisganische Burg Zähringen über-tragenen Hcrzogstitel einen Wirkungskreis zu, der in der Haupt-sache außerhalb unseres Gebietes, in der mittleren und west-lichen Schweiz lag (s. o. S. 35). Der älteste Sohn Her-mann hatte mit dem veronesischen Markgrafentitcl die meistenBesitzungen des Hauses in Schwaben erhalten. Er ist derBegründer der badischen Linie des Hauses.

Der dritte Bruder war der mächtige, einflußreiche BischofGebhard von Konstanz (S. 35).

Den Mittelpunkt der Herrschaft Bertolds II. bildete dieReichsvogtei über die blühende Stadt Zürich und ihreweitere Umgebung. König Lothar verlieh dem HerzogKonrad 1126 zu diesem Gebiet noch das Herzogtum von^6Burgund östlich des Jura; seitdem nennen sich die Zähringerauch Herzoge oder Rektoren von Burgund .

Den Hohenstanfen hat das zähringische Herzogshans, wiewir oben gesehen haben, fast ununterbrochen seinen mächtigenBeistand geliehen. Dieses nahe Verhältnis konnte auch einefür Bertold IV. wenig günstige, 1156 bei der Vermählung nssKaiser Friedrichs I. mit Beatrix, der Erbtochter von Hoch-bnrgund, vorgenommene Verschiebung der Machtverhältnisseseines Hauses nicht trüben. Bertold erhielt für den Verzichtaus die ihm in Aussicht stehende Herrschaft über Hochburgundund die Provence allerlei Gerechtsame in den BistümernLausanne , Genf , Sitten u. a. Auf Bertold IV. folgteBertold V. , der im Jahr 1198 deutscher König werden solltenssls. o. S. 39). Mit ihm erlosch 1218 der Mannesstamm 1218der Zähringer Herzoge.

Die Zähringer Herzoge haben ihr Andenken durch eineReihe bedeutender Städtegrnndnngen verewigt. 1091lmilegte Bertold II. den Grund von Freiburg i. B.; 1120 verlieh 112 aKonrad dem Orte, in Anlehnung an das Vorbild von Köln ,Stadtrecht, das später wiederum für andere Stadtgründungen vor-bildlich wurde. Bertold IV. gründete Freibnrg i. Ü., Mnrten,