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Pverdou u. a. Bertold V. endlich ist der Schöpfer der Stadt11A Bern, die er 1191 ins Leben rief im Hinblick auf das Vorbildvon Verona (deutsch Bern ), das seinem Haus einst als Sitz dergleichnamigen Markgrafjchaft verliehen war, geleitet vielleicht auchvon seiner Vorliebe für den um die Person des großen Dietrich von Bern konzentrierten nationalen Hcldensang. — Herzoge vonZähringen : Bertold I. 1061—1078; Bertold II . 1078—1111:Bertold III. 1111 — 1122; Konrad 1122—1152; Bertold IV .1152—1186; Bertold V. 1186—1218. Ein Sohn Konrads warAdalbert, der 1187 die Nebenlinie der Herzoge von Deck grün-dete. — Die kurze Geschichte dieses Geschlechts entbehrt nichteines großen Zuges. Das Streben nach der schwäbischen Herzogs-würde war für Bertold I. und Bertold II. im Grunde nurdie Konsequenz der ganzen Entwicklung des mächtig aufblühendenHauses. Kein anderes als dieses war berufener und zugleichbefähigter zur Erfüllung der hohen nationalen Ausgabe, die demschwäbischen Herzogtum im deutschen Südwesten naturgemäßgestellt war: die Erhaltung und Kräftigung des Deutsch-tums dort* an der gefährdeten Grenze des Romanis-mus. Dies war aber nur möglich durch den kraftvollen Zu-sammenschluß aller Alemannen, auch der in der Schweiz bis hinüber nach Burgund und Savoyen . Ein solches groß-alemannisches Herzogtum hätten allein die Zähringer nachihren ganzen Machtvcrhältnissen zu gründen und, wie ihreerfolgreiche Wirksamkeit in engeren Grenzen zeigt, zielbewußtauszubauen, zusammenzuhalten vermocht. Indem ihnen aberdas schwäbische Herzogtum versagt blieb, wurden sie abgedrängtvon ihrem naturgemäßen geschichtlichen Beruf. Eine nachträg-liche Verschmelzung des für sie vom Stammland abgetretenen,besonders gefährdeten südalcmannischen Gebietes mit dem nörd-lichen Teil war nicht mehr möglich. Ihr Erbe ward nachihrem Aussterben zersplittert. Die Reichslehen gingen an denKaiser zurück, die Familiengnter fielen an die beiden SchwägerBertolds V.: Graf Egeno von Urach erhielt die im badischenOberland gelegenen, Graf Ulrich von Kyburg die in derSchweiz . Von den Grafen von Urach stammen die Grafen von Freiburg und die Grafen von Fürstenberg , ver-wandtschaftliche Beziehungen, die auf die spätere territorialeEntwicklung im südlichen Baden, wie wir unten zeigen werden,von großem Einfluß waren.