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Badische Geschichte / Karl Brunner
Entstehung
Seite
72
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72 Reformation bis Westfäl. Frieden.

Karlsruhe verlegt wurde und im dortigen Gymnasium heuienoch fortbesteht. Auch das niedere Schulwesen erfreute sichseit der Einführung der Reformation eifriger Pflege von^osxiten der Landesherren. 1590 starb Jakob, 1604 Ernst Friedrich , und Georg Friedrich vereinigte das ganze Gebietin seiner Hand.

In Georg Friedrich tritt uns eine der sympathischstenFürstengestalten seiner Zeit entgegen. Ein Mann von un-erschütterlicher Charakterfestigkeit, war er sicherlich bedeutendin dem, was er gewollt und mit voller Hingebung, mitzäher Energie erstrebt hat; die Tragik seines Geschicks liegtin der Unzulänglichkeit seiner Mittel gegenüber seinen hohenZielen (s. u. Treißigjähr. Krieg, S. 87, 89f. Er ist an feinenie>38 Idealen zugrunde gegangen. 1638 starb er in der Fremdezu Straßbnrg. Sein Sohn Friedrich V., dem er schon1622 die Regierung überlassen hatte, um sein Land nichtMMmit in fein Schicksal zu verstricken, regierte bis 1659.

Kurpfalz . Die Geschichte des bedeutendsten Territoriumsam Oberrhcin steht in engem Zusammenhang mit dem Ver-lauf der großen Bewegungen des Humanismus, der Re-formation und des Bauernkrieges. Von diesen ist untenim besonderen die Rede. Die Regierung lag gerade inEden entscheidenden Jahren (15081544) in den HändeniA4 eines konservativ gesinnten, den Fortschritten seiner Zeit imganzen abholden Mannes, des Kurfürsten Ludwig V., denman den Friedfertigen nannte. Was hier versäumt wordenwar, konnte unter den Nachfolgern Friedrich II. undOtto Heinrich, den beiden letzten Gliedern der altenHeidelberger Linie des Kurhauses, einigermaßen nachgeholtwerden. War Friedrich zwar den religiösen und politischenNeuerungen zugänglich, aber noch vielfach schwankend undunsicher auf seinem Wege, so hat Otto Heinrich mit Ent-schiedenheit dem Protestantismus sein Land geöffnet und