Kurplatz.
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zugleich der neuen Richtung an der von ihm mächtig ge-förderten Hochschule endgültig zum Siege verholfcn. SeinName ist mit der glänzendsten Schöpfung der deut-schen Renaissance, dem Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses, ruhmvoll verknüpft.
Mit Friedrich III. kommt die Linie Simmern zur Regierung, unter der die Pfalz zu stolzer Höheemporgestiegen, aber auch ins tiefste Elend herabge-snnken ist.
Es ist die Zeit des häufigen Glaubcnswechsels,der einer günstigen inneren Entwicklung des von der Naturso glücklich ausgestatteten Landes nicht eben förderlich war.
Tas evangelische Bekenntnis war übrigens bei dein HauseSimmern in guter Hut, nicht nur im Reiche; wo immer inEuropa den Protestanten Gefahr drohte, wurde hilfreichBeistand geleistet.
Friedrichs Sohn Johann Kasimir , der später für seinenNeffen Friedrich IV. die Vormundschaft führte, kämpfte inFrankreich für die Sache des Protestantismus, sowie sein jün-gerer Bruder Christof in den Niederlanden , wo er auf derMooker Haide den Heldentod fand. Johann Kasimir war miteiner Schwester Gustav Adolfs vermählt; sein Sohn Karl X.Gustav kam 1654 auf den schwedischen Thron, den das 1654Haus Pfalz -Zweibrückcn bis 1718 bzw. 1751 — in der bisZeit höchster Machtentfaltung Schwedens — innehatte.
Friedrich IV. , der 1606 das Torf Mannheim znrimobefestigten Stadt erhob, erreichte endlich, was schon längerdas Ziel seines Hauses war, die Führung des deutschen Protestantismus . Er ist der Gründer der evangelischenUnion (1608s, während sein bayrischer Better Maximilian mn5an die Spitze der katholischen Liga (1609) tritt. imv
Der gewaltige Kampf bereitet sich vor, der dem Landeund seinen Fürsten zum furchtbaren Verhängnis werdensollte. 1610 wird Friedrich V. Kurfürst, der Gemahli6in