Zeit der Reformation und Gegenreformation.
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Pforzheim beherbergte in seinen Mauern nicht weniger alsacht Klöster und ein Kollegiatstift. Die Klosterzucht warauch hier im l 3. Jahrhundert stark in Verfall geraten, dazukamen schwere wirtschaftliche Unzuträglichkeiten infolge An-häufung großen Besitzes in der „toten Hand". Nachdem dasKonstanzer Konzil erfolglos geblieben war, hatte wenigstensdas Baseler Konzil mit seinem Dekret von 1439 eim«»gewisses Ergebnis. Angeregt durch den benachbartenPfälzer Kurfürsten, der energisch den Auswüchsen desKlosterwesens zu Leibe ging, griff auch Markgraf Jakobvon Baden in die Mißstände ein, bezeichnenderweiseohne überhaupt nur nach dem Papst oder sonst jemandzu fragen — ganz und gar kraft seiner landesherr-lichen Autorität. Er berief im März 1443 den aus 14«Frankreich stammenden Franziskaner-Guardian Nikolaus Caroli von Heidelberg nach Pforzheim , um zunächst dasmißbräuchlich erworbene Klostervermögen besseren Zweckennutzbar zu machen: man sieht, bei der brennend gewordenenwirtschaftlichen Frage setzt hier die Reform ein. BeträchtlicheSummen aus den Vermögensbeständen der Pforzheimer Klöster, besonders der Franziskaner , flössen nun der Armen-und Krankenfürsorge der Stadt zu. Den Mönchen, die jaals „Minoriten " von christlicher Mildtätigkeit lebten, ver-blieb nur ein kleines Kapital znr Anschaffung von Büchernund znr baulichen Unterhaltung des Klosters. Tiefe Re-formen, die begreiflicherweise gewaltiges Aufsehen erregenmußten, sollten von Pforzheim aus aus das ganze badischeLand ausgedehnt werden. Doch kam in diesem Kampf deralten und der neuen Richtung noch einmal das mittelalter-liche Papsttum obenauf durch das berüchtigte Wiener Kon-kordat von 1448, das den deutschen Fürsten wieder dieiEHände band in der ganzen Reformationsbewcgnng. Alsnun die Regierung versagte, regte sich's um so mächtiger in