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Badische Geschichte / Karl Brunner
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Zeit der Reformation und Gegenreformation.

breitet, das sich fortan des Segens einer im ganzen gleich-mäßigen und ruhigen Entwicklung seines Kirchen- undSchulwesens erfreuen durfte, so daß es vor dem hierinminder glücklichen baden -badischen Staat bald eilten erheb-lichen Borsprung auf allen Gebieten erlangte. Tort wardank der Bemühungen der katholischen Vormünder desftlngcn Markgrafen Philipp II. , insbesondere seines Oheims,rs'ides Herzogs Albrecht V. von Bayern, seit 1571 derneue Glaube mit Gewalt wieder ausgerottet worden. Vonnun ab finden wir den durla chischen Zweig des badischenHauses auf evangelischer, den badischen auf katho-lischer Seite.

So hat, wie im übrigen Deutschland , auch bei uns dieZeit der Gegenreformation wieder manche Ver-änderungen zugunsten der alten Kirche mit sich gebracht.Einmal drohte auch eine solche im Durlachischen. Mark-graf Jakob von Hochberg, der zweite Sohn desStifters der evangelischen Kirche in seinem Lande, ließ sichvon einem charakterlosen Berater, dem früheren hessischenissoArzt Johannes Pistorius , überreden, 1590 im KlosterTennenbach das lutherische Bekenntnis abzuschwörender erste regierende Konvertit in Deutschland , und machtesich alsbald daran, auch seine Untertanen zu rekatholisieren.Da starb er plötzlich wenige Tage nach feinem Übertritt,und alles blieb beim alten. Sein Bruder Ernst Friedrich,isssder im Pforzheimer Teil regierte, wandte sich seit 1599dein Calvinismus zu und versetzte damit sein Land ingroße Unruhe, die sich sogar in offener Empörung äußerte.Auf dein Weg von seiner Residenz Tnrlach nach Pforzheim ,wo die Bürger sich gegen die ihnen aufgedrungene Glaubens-änderung erhoben hatten, erlag der Markgraf einem Schlag-anfall. So blieb das Land vor einer schweren Krisis be-wahrt. In Markgraf Georg Friedrich besaß es eine