Der Dreißigjährige Krieg. 89
unter Tilly fielen über das Land her, das auch der tapfereWiderstand eines Christian von Braunfchweig, einesErnst von Mansfeld und eines Georg Friedrich von Baden nicht zu befreien vermochte. Der badische Mark-graf, der sich unter Verzicht auf die Regierung mit helden-mütiger Begeisterung in den Dienst der evangelischen Sachegestellt, führte die Söhne seines Landes, voran das braveweiße Regiment (aus der Gegend von Pforzheim ) beiWimpfen 1622 in den Kampf gegen Tilly, aber umsonst: 1022Tilly schritt über sie hinweg, nahm Heidelberg mitsamtseinen kostbaren Bücherschätzcn, die er als seltene Beutedem Papst sandte, und lieferte mit der Pfalz auch Baden-Turlach dem Kaiser aus, der letzteres an Baden-Baden gab. Nach mancherlei vergeblichen Versuchen, die verlorenePosition wiederzugewinnen, zog sich Georg Friedrich nachStraßburg zurück, wo er 1638 starb. Sein Sohn, derrsZ8regierende Markgraf Friedrich V., suchte gleichfallsflüchtend im Ausland Schutz. Allenthalben wurde in denprotestantischen Ländern der Katholizismus wieder ein-geführt; an Stelle der evangelischen Prediger traten zu-meist Jesuiten und Kapuziner. Darunter hatten Pfalz undBaden noch schwer genug zu leiden, auch nachdem sich derKrieg in den folgenden Jahren mehr nach Norddeutschlandgezogen.
Erst in der Schwedenzeit wurde wieder unser Land,und zwar vorwiegend der südliche Teil, unmittelbar in diekriegerischen Wirren hineingezogen. 1633 belagerten dienn»Schweden unter General Horn die Stadt Konstanz vollesechs Monate und mußten, als endlich ein kaiserlichesErsatzheer heranrückte, unverrichteter Dinge wieder ab-ziehen. Besseren Erfolg hatte Horn in der Ortenau nndim Breisgau , wo ihm auch das feste Freiburg die Toreöffnen mußte. Bei der ganz veränderten Kriegslage ge-