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Der Dreißigjährige Krieg.
wann Markgraf Friedrich von Baden -Tnrlach nicht nursein Land zurück, sondern nahm auch die ganzen vorder-österreichischen Gebiete in Besitz. Inzwischen waren dieSchweden wieder ins Oberland gezogen, wo sie nament-lich die Städte Überlingen und Villingen hart be-drängten und die ganze Landschaft schwer heimsuchten, bisrsardie Schlacht bei Nördlingen im September 1630 einejähe Wendung der Tinge zu ihren Ungunsten herbeiführte.Sie räumten das Land, und ihnen folgten die Kaiserlichenauf dem Fuße, die alsbald die Zustände, wie sie vor derschwedischen Invasion gewesen, wiederherstellten. Mark-graf Wilhelm von Baden-Baden zog abermals unter demSchutz des Kaisers in Turlach ein: doch lange sollte er sichdieses Besitzes nicht erfreuen. Denn schon nahte vonWesten ein neuer gefährlicher Gegner, Frankreich . Mitdiesem im Bunde drang Bernhard von Weimar vomElsaß aus in die vorderösterreichischen Lande, die er rascheroberte und zur Basis seiner hochstrebenden, auf die Er-richtung eines ob errheinischen Fürstentums zielendenUnternehmungen machte. Ein hartnäckiger Kampf zwischenihm und den Kaiserlichen entbrannte um Breisach , das sichI6Z8 nach vicrmonatiger Belagerung 1638 dem Herzog ergebeni63s mußte. Doch schon im folgenden Jahr raffte den Un-widerstehlichen zu Neuenburg a. Rh. ein Fieber hinweg.Bernhards Erfolge kamen den Franzosen zugute, die vonBreisach aus das Land furchtbar brandschatzten. Dasselbetaten die wieder in Snddeutschland eingedrungenen Schweden von der wnrttembergischen Beste Hohentwiel aus, derenKommandant, der wagemutige Konrad Wiederhold , demganzen Hegau schwer zusetzte. Auch die Stadt Überlingen siel in seine Hände. Die Lage änderte sich erst durch diei6LiNiederlage der Franzosen bei Tuttlingen 1644, woraufder kaiserliche Marschall Mercn Freiburg wiedergewann,