Buch 
Badische Geschichte / Karl Brunner
Entstehung
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139
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Großh. Friedrich.

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ging, beweist die wahrhaft edle Auffassung, die er von jenerZeit hatte und heute noch vertritt.Wenn auch nur vor-übergehend", sagte der Großherzog in einer im August1903 beim Heidelberger Universitätsjubiläum gehaltenenAnsprache,konnten unserer badischen Heimat schwere Er-fahrungen nicht erspart bleiben, doch glaube ich, sagen zudürfen, daß die Politische Bewegung dieser Zeit auf soernster nationaler Grundlage beruhte, daß die Verirrungcn,zu denen sie ausartete, den guten Keim und die idealenZiele nicht zu schädigen vermochten."

Sein herzgewinnendes Auftreten hat auch die letztenReste der Verstimmung beseitigt und erst recht das ganzeGroßherzogtum zu einem im Empfinden des Volkes völligin sich abgeschlossenen Ganzen gemacht. Unter seiner un-ermüdlichen Fürsorge, die alle Seiten des öffentlichen Lebensumfaßt, uud uuter Mitwirkung hervorragender Staatsmännerwie Stabel, Lamey, Roggenbach, Mathy, Jolly,Nokk , Turban, Eisenlohr, Buchenberger ist Badenzu einem mit Recht vielgepriesenen Musterstaat geworden.Tie Verwaltung wurde von der Rechtspflege ge-trennt, die Gemeindegesetzgebung weiterhin verbessert,Handel, Industrie und Gewerbe, wie nicht minderdie Landwirtschaft haben in jeder Hinsicht Förderungerfahren derart, daß der Wohlstand des Landes in denfünfzig Jahren seiner Regierung riesig gewachsen ist.Hand in Hand damit ging eine gewaltige Ber-kchrssteigernng, Straßen, Wasserwege nnd Eisenbahnensind in großartigem Maßstab ausgebaut worden. Einweit verzweigtes Eisenbahnnetz von etwa 2000 Kur breitetsich über das ganze Land aus. Tie Rheinschiffahrt hateinen gewaltigen Umfang angenommen, große Hafenanlagenwurden geschaffen in Kehl , Karlsruhe und besonders inMannheim , das zum bedeutendsten Binnenhafen Europas