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sich entwickelt hat. Ten geistigen Bedürfnissen wurdein Vollem Umfang Rechnung getragen, das mannigfaltigausgestaltete Schulwesen steht in schönster Blüte, diebeiden Universitäten Heidelberg und Freibnrg zählen zuden gefeiertsten Stätten deutscher Wissenschaft, und dieTechnische Hochschule in Karlsruhe , die neuerdings denNamen kriäsrioiana trägt, nimmt unter ihren Schwesterneinen Ehrenplatz ein. Tie Geschichte der Heimat findet iniWsder 1883 gegründeten Historischen Kommission ver-ständnisvolle Pflege. Ten allgemeinen wissenschaft-lichen Bedürfnissen dienen in bequemer Weise die reichausgestattete Hof- und Landesbibliothek, die historischen,ethnographischen und naturwissenschaftlichen Sammlungendes Staates. Ten Künsten sind in der mächtig empor-strebenden Residenz mancherlei Heimstätten bereitet (Hof-theater, Musik-Konservatorium, Akademie der Künste usw.).Tas religiöse und kirchliche Leben liegt dem Groß-herzog ganz besonders am Herzen. Als lrener Protestant ehrtund schützt er doch jederzeit das Bekenntnis Andersgläubiger.Unter schwierigen Verhältnissen hat er die Stellung desStaates zur katholischen Kirche ebenso gerecht alswürdevoll zu regeln verstanden. Als auf diesen: Gebietzwischen der Regierung und der öffentlichen Meinung eineSpannung einzutreten drohte, da hat er unter vollerWahrung der staatlichen Autorität in der berühmten Oster-ibvvprgkfamation vom 7. April 1860 Worte des FriedensApi. an sein Volk gerichtet, die tiefen Eindruck gemacht haben:„Ohne Haß über Gegensätze, welche der Vergangenheitangehören sollen, steht fest im Vertrauen zu einer Zukunft,die niemand verletzen will, weil sie gegen alle gerecht seinwill." Und im gleichen Jahre schloß er die Ständever-sammlung mit den herrlichen Worten: „Ich konnte nichtfinden, daß ein feindlicher Gegensatz sei zwischen Fürsten -