Einleitung.
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bürgerliche Häuslichkeit Bodmers nicht finden wollte, so ehrten dagegenvon Kleist an die besuchenden Deutschen in ihm den wohlgesinnten,sür alles Gute und Schöne bis ans Ende begeisterten Mann. Es istbekannt, wie Lavarer in seiner licbcreichcn, herzgewinnenden, großartigfreien Weise und mit seinem durchdringenden Blicke Jeden von seinereigenthümlichen Seite überwältigend zu fassen verstand, der sonst vonseinen Schriften nichts hatte wissen wollen. Und der der Welt wie derWissenschaft gleich fremde Pestalozzi fesselte eine an Geist und Bildungausgezeichnete Schaar junger Männer durch die Macht seiner Gedankenund den Zauber seiner seltenen Persönlichkeit. So brachte die in ihrenverschiedenen Städten mannigfaltig geartete, scharf ausgeprägte Schweizaus dem lange verschlossenen und geruhten Boden eine kräftige Gcistcs-saat zu Tage.
Dieses neue Geistesleben der Schweiz wird um so merkwürdiger,da die beiden Ton angebenden Städte der Eidgenossenschaft zu gleicherZeit zwei Männer hervorbrachten, welche der Schweiz das Stimmrechtin Sachen der deutschen Literatur sicherten, in langem Leben einen großenEinfluß auf Deutschland und die Schweiz ausübten und.namentlich inder Totalität ihres Wesens die scharf bezeichnenden Repräsentanten ihrerHeimat waren. In Hallcr stellte sich Berns ruhig stolze Würde, die ab-gemessene Besonnenheit, die das ganze Leben sich gleich bleibende Kon-sequenz dar; Berns Hcrrschcrgeist stempelte ihn auch zu einem Fürstender Gelehrsamkeit. In Bodmcr entfaltete sich Zürichs Vielseitigkeitund Betriebsamkeit: er wußte die seltenen Eigenschaften, eines klugenGeschäftsmannes und eines begeisterten Arbeiters und Beförderers derWissenschaft mit einander zu verbinden, so daß bei ihm nicht nur dieEröffnung neuer Gesichtspunkte und Quellen der Literatur, sondernauch die Gcschicklichkcit in Anschlag zu bringen ist, mit welcher er dieKräfte Anderer an der rechten Stelle in Bewegung zu setzen wußte.Diese beiden Männer haben nicht nur für ihr Vaterland, sondern auchfür die geistige Entwicklung Deutschlands im achtzehnten Jahrhundertein unvergängliches Verdienst. Als Basels altes Erbe wissenschaftlichenRuhmes rasch zu sinken begann, inzwischen aber an dessen Stelle einegroßartige Betriebsamkeit die Kräfte in Anspruch nahm, trat spät undminder begabt, aber für die Folgezeit noch einflußreicher, an die Seitejener Beiden als Dritter Jsaak Jsclin, welcher sür sein Vaterland undseine Vaterstadt einen so fruchtbaren Geist der Association ins Leben rief,
Märikofer. lie schweizerische Literatur. 2