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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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Almrtrs Inprtrl.

- Grundlaßen der Baukunst.

1. Die Baukunst aber beruht auf folgenden Grundlagen: aufder Anordnung, welche aus griechisch Taxis heißt, auf der Verzeich-nung, welche die Griechen Diathesis nennen, auf der Eurhythmie,auf der Symmetrie, auf der Angemessenheit und aus der Verwendung,welche auf griechisch Oikonomia heißt.

2. Die Anordnung ist eine maßvolle und zweckmäßige Bestim-mung der einzelnen Glieder eines Gebäudes für sich und ein symme-trisches Zurechtlegen der Verhältnisse des Ganzen; sie bestimmt sichaus dem Großenverhältnisse, welches die Griechen Posotes nennen;das Größenverhältniß aber ist der aus den Gliedern des Werkes selbstgenommene Maßstab, das entsprechende Ergebniß aus den einzelnenTheilen der Glieder des ganzen Werkes.

Die Verzeichnung aber ist das passende räumliche Anbringender Bestandtheile und das Erzielen einer hinsichtlich ihrer Bestim-mung gewählten Zusammenstellung der Bestandtheile eines Gebäudes.Verzeichnungsarten, welche die Griechen Jdeai nennen, gibt es fol-gende: Grundriß, Aufriß und perspektivische Anficht. Der Grund-riß ist die im verkleinerten Maßstabe ausgeführte zusammenhängendeVerzeichnung der Bodenfläche des künftigen Gebäudes vermittelstZirkel und Lineal, von welcher die Begränzungslinien der Gelasseaus der Bodenfläche der Bauplätze entnommen werden. Der Ausrißist das aufrechtstehende Bild der Stirnseite und eine im verkleinertenMaßstabe nach den Verhältnissen des künftigen Gebäudes gemalteDarstellung. Die perspektivische Ansicht ferner ist eine die Stirnseiteund die zurücktretenden Seiten darstellende Zeichnung, bei welcherdie Richtungen aller Linien einem Zirkelmittelpunkt entsprechen.Diese Verzeichnungen werden durch Ueberlegung und Erfindung ge-schaffen. Die Ueberlegung ist die eifrige, angelegentliche und uner-müdliche Bemühung, einen mit Liebe sich vorgesetzten Gegenstandin's Werk zu setzen. Die Erfindung aber ist die Lösung dunkler Fra-gen, und die Auffindung des Grundes einer neuen Sache durch die