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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
Entstehung
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49
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3. Jene Gattung von Schwammstein aber, welche man vondorther nimmt, entsteht nicht allerorts, sondern nur um den Aetnaund auf den Hügeln von Mysien, welches bei den Griechen Katake-kaumene (das ausgebrannte Mysien) heißt, und wo sonst die Gegen-den von gleichartiger Eigenthümlichkeit sind. Wenn also an diesenOrten heiße Wasserquellen gefunden werden und in allen Höhlungenwarme Dämpfe, und von den Alten berichtet wird, daß diese OrteFeuerbrände gehabt haben, welche die Ländereien überflutheten, soscheint es gewiß zu sein, daß durch die Heftigkeit des Feuers dieFeuchtigkeit aus dem Tuff und der Erde, wie in den Oefen aus demKalke, hinweggenommen worden sei. 4. Nachdem also unähnlicheund ungleiche Dinge vom Feuer ergriffen und ein und derselben Ge-walt ausgesetzt worden find, bringt die warme Leere an Feuchtigkeit,plötzlich mit Wasser gesättigt durch die den Körpern insgemein eigenegebundene (latente) Wärme, ein siedendes Auswallen hervor und be-wirkt, daß sie sich mit Begierde verbinden und schnell und gleichmäßigdie treffliche Eigenschaft der Festigkeit erlangen.

Es wird noch die Frage übrig sein, warum nun, da ja auch inEtrurien zahlreiche Quellen heißen Wassers sind, nicht auch dort einSand entstehe, aus welchem aus dieselbe Art das Mauerwerk unterdem Wasser fest wird. Ich finde es daher angemessen, bevor dieFrage gestellt würde, auseinander zu setzen, warum sich dieß so ver-halten dürfte, ö. Nicht allerorts und in allen Gegenden entstehendieselben Erdarten und Steine; sondern einige sind erdig, anderegrobkörnig (griesig), ferner auch kiesig, an anderen Stellen sandig.So ist das Material allenthalben unähnlicher und ungleicher Art,wie eben je nach der Verschiedenheit der Gegenden verschiedene Eigen-schaften in der Erde liegen.

Vorzüglich aber kann man dieß beispielsweise daraus ersehen,daß da, wo das Apenningebirge die Landschaft Italiens und Etru-riens einschließt, es fast an allen Orten nicht an Grubensand fehlt;jenseits des Apenninus aber an der Seite gegen das adriatische Meerwird keiner gefunden^, ferner in Achaia, Kleinasien und überhaWtr

Ein Irrthum, den auch Ptiniuö XXXVI. S4 theilt, der hier, wis>l)§ufiK,.unserem Autor aSzu getrost nachschreibt. Denn daß nicht blos von UMuolan--,VitrnviuS, Architektur. ^