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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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lichen Zusammensetzung nach wenig Feuchtigkeit, ferner auch nichtviel Erdiges, aber sehr viel an Lust und Feuer haben; da also dasFeuchte und das Erdige in diesen minder enthalten ist, so dringt auchdas Feuer, nachdem durch die Berührung und Gewalt des DampfesHie Luft daraus verdrängt ist, ganz an dessen Stelle, und indem es-die leeren Zwischenräume einnimmt, macht es durch seine Gluth dienach den Bestandtheilen den seinigen ähnlichen Steine brennend.

3. Es sind aber ferner mehrere Steinlager im Gebiet vonTarquinii, welche die anicinischen genannt werden, und der Farbenach wie die albanischen sind, deren Brüche besonders um den Vui-sinersee, ferner in der Präfektur von Statonia sich befinden. Diese aberhaben unendlich gute Eigenschaften, denn diesen kann weder die Zeitder eisigen Fröste, noch die Berührung des Feuers schaden, sondernsie sind fest, und deshalb bis zu hohem Alter ausdauernd, weil sienach ihrer natürlichen Mischung nur wenig von Lust und Feuer haben,von Feuchtigkeit aber einen mäßigen Antheil und sehr viel Erdiges,und so durch dichte Zusammensügung fest gemacht, werden sie wedervon dem Wetter, noch durch die heftige Gewalt des Feuers beschädigt.4. Dieß aber kann man besonders an den Denkmälern beurtheilen,welche um die Stadt Ferentum aus diesen Steinbrüchen errichtet sind,denn man hat dort sowohl große, trefflich gearbeitete Bildsäulen, alsauch kleinere Figuren, Blumenschmuck und Akanthusblätter, fein ge-meißelt, welche, obwohl sie alt sind, doch so neu erscheinen, wie wennsie eben gefertigt worden wären. Ebenso ziehen auch die Erzgießerdadurch, daß sie von diesen Steinbrüchen her Formen für das ge-Ichmolzene Metall herstellten, aus ihnen für den Erzguß den größtenNutzen. Und wenn diese in der Nähe Noms wären, so wäre es-angemessen, daß aus diesen Steinbrüchen alle Bauten ausgeführt-würden.

^ S. Da also wegen der Nähe die Nothwendigkeit dazu zwingt,sich des Materials aus den Rothsteinbrüchen und aus den pallien«sischen und welche sonst der Stadt zunächst liegen, zu bedienen, sowird, wenn Einer fehlerlos bauen will, bei der Beschaffung Folgen-des zu beobachten sein. Wenn Etwas gebaut werden soll, so sollendie Steine zwei Jahre vorher, und zwar nicht im Winter, sondernim Sommer gebrochen werden und an ungeschützten Orten liegen