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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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mauern nicht geduldet werden; wenn es aber außerhalb der Stadtnöthig ist, sich dieser zu bedienen, so wird man es, damit sie, ohneschadhaft zu werden, ein hohes Alter erreichen, also zu machen haben.Zu oberst aus den Wänden soll nämlich unter den Dachziegeln Mauer-werk aus gebrannten Ziegeln in einer Höhe von ungefähr 1 ^ Fußangebracht werden, und dieses soll eine vorspringende Krönung bil-den; so werden die Schäden vermieden werden können, welche beidiesen Wänden einzutreten pflegen. Wenn nämlich Ziegelplatten ausdem Dache gebrochen oder vom Winde herabgeworfen sind, so daß esbei Platzregen durchregnen kann, so wird die Backsteinbrustwehr denZiegel nicht beschädigen lassen, sondern durch den Vorsprung derKrönung die Regentropfen außerhalb der senkrechten Wandlinie ab-werfen und aus diesem Grunde das Mauerwerk der Ziegelwände un-versehrt bewahren.

19. Was aber den gebrannten Ziegel selbst betrifft, so kannNiemand sogleich beurtheilen, ob er für das Mauerwerk sehr gut oderschlecht sei, weil er erst dann, wenn er, dem stürmischen Wetter undder Sonnenhitze ausgesetzt, in der Ziegelhütte ausgestellt war, sichbewahrt, ob er fest ist. Denn derjenige, welcher nicht aus gutemThon oder zu wenig gebrannt ist, der wird dort durch die Berührungder Fröste und des Reifes sich als schlecht erweisen. Welcher also inden Ziegelhütten die Unbill der Witterung nicht wird auszuhaltenvermögen, der kann auch im Mauerwerk nicht tüchtig sein, eine Lastzu tragen. Deshalb werden die aus alten Dachziegeln gebautenMauern eine besondere Festigkeit haben können').

20. Von dem Fachwerk aber wollte ich, es wäre gar nicht er-funden worden; denn wie viel es durch die Schnelligkeit (seiner Aus-führung) und durch die Naumerweiterung nützt, zu so viel größeremund allgemeinerem Unglück gereicht es, weil es für Feuersbrünstegleichsam wie Fackeln geschaffen ist. Es scheint daher besser zu sein,Lurch die Kosten des Backsteinbaues in größeren Auswand, als durch

Ich verstehe unter den Wortenin teeto eolloenta" nicht die gewöhn-liche, allerdings unpraktische Art, Ziegel zu erproben, dadurch, daß man sie erstausts Dach legt. Ich verstehe vielmehr unter tectum hier die Ziegelhütte, dieauch jetzt noch zumeist nur aus einem Dache besteht. Vgl. den Ausfall beiSchulh S. 14 fg. u. S. 33 fg.