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wenn die Frauen zum feierlichen Gebete die Stufen Hinansteigen,kpnnen sie nicht Hand in Hand durch die Säulenweiten gehen, son-dern müssen es in Einzelreihen thun. Ferner wird auch der Anblickder Thürflügel durch das Dichtstehen der Säulen entzogen, und dieGötterbilder selbst werden verdunkelt, auch wird wegen der Engerings um den Tempel der Umgang verhindert.
Die Anlage des Diastylos aber wird die sein, bei welcherman die Dicke von drei Säulen in die Säulenweite stellen kann, wiedieß beim Tempel des Apollo und der Diana der Fall ist. DieseEintheilung hat die Schwierigkeit, daß die Architrave wegen derGröße der Zwischenräume brechen.
5. Bei den Aräostylen aber kann man weder steinerne, nochmarmorne Architrave anwenden, sondern man muß fortlaufende Holz-balken auf die Säulen legen; das Aussehen der Tempel selbst istgespreizt, plattköpfig, niedrig und breit, ihre Giebel werden nachtuskischer Sitte mit Bildsäulen aus Thon oder vergoldeter Bronzegeschmückt, wie dieß am Eircus Maximus bei dem Tempel der Ce-res ') und dem von Pompejus geweihten Tempel des Hercules 2)und gleichfalls am kapitolinischen der Fall ist.
6. Nun muß die Art des Eustylos dargestellt werden, welcheam meisten zu billigen ist, und sowohl bezüglich des Gebrauchs, alsdes Ansehens, als auch der Festigkeit entschiedene Gründe für sichhat. Es muß nämlich in den Zwischenräumen ein Abstand gleich derDicke von 2'/4 Säulen angebracht werden; die mittlere Säulenweiteaber sowohl aus der Stirnseite als auf der Rückseite gleich der Dickevon drei Säulen. Denn so wird der Tempel nicht blos einen gefäl-
*) Der Tempel der Ceres ist wohl jener im türkischen Styl, mithin selbst-verständlich aräostyle Tempel der Ceres, des Liber und der Liberia, welchen der f
Dictator A. Postumiuö im Jahr d. St. 257 gelobte und drei Jahre daraufweihte, und welcher nach einem halben Jahrtausend von AugustuS und Tiberiuswiederhergestellt wurde. Ich zweifle nicht, daß zu jenem Tempel die entsprechen-den Ruinen gehören, über welche die Kirche S. Maria in Cosmedin auf Piazzadi Bocca di Berit» gebaut ist, die in ihren Wänden noch zehn Säulen desTempels enthält. Vgl. Ruinen Roms S. 339 fg.
2) Plin. XXXIV. 8, 19 erwähnt einen von Pompejus gebauten Tempel desHerkules am Circus MaxiuniS.