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Drittes ZNprtel.
Die fünf Tempelarien,
1. Es gibt aber fünf Arten von Tempeln, deren Benennungenfolgende find: der Pyknostylos, bet welchem nämlich die Säulendicht stehen; der Systylos, mit etwas gedehnteren Säulenweiten, derDiastylos, bei dem fie noch mehr geöffnet find, der Aräostylos, betwelchem die Säulen in übergroßer Entfernung von einander gestelltsind, der Eustylos mit einer richtigen Vertheilung der Zwischen-räume.
2. Ein Pyknostylos also ist derjenige Tempel, in dessenSäulenweite man I V 2 Säulendicke hineinlegen kann, von welcherArt der des göttlichen Julius ist, der Tempel der Venus auf demCäsarforum '), und welche immer sonst so angelegt sind.
Ein Systylos ferner ist derjenige Tempel, bei welchem dieDicke von zwei Säulen in die Säulenweite gestellt werden kann unddie Basenplatten von gleicher Größe sind mit jenem Zwischenraum,der sich zwischen zwei Sockeln befindet, von welcher Art der Tempelder Fortuna Equestrks beim steinernen Theater?) ist, und welcheTempel sonst in derselben Weise angelegt sind. 3. Diese beidenArten aber erweisen sich in der Anwendung als fehlerhaft. Denn
Das iukische Hervvn befand sich am Südostende des Forum Nomanuman der Stelle der iulischen Rostra, da, wo die Leiche Cäsars verbrannt worden»par; der Tempel der Venus Genitrix auf dem iulischen Forum zwischen demForum Nomanum und dem des Augustus. Neste von dem pyknvstylen Pteronwurden nach Palladio im sechzehnten Jahrhundert daselbst gefunden: die Jnter»columnien betrugen l^/zz des SäulendurchmefferS. (Bergl. Ruinen RomsS. I2l und 156.)
D. h. bei dem Theater des PompeiuS. Der Tempel der Fortuna Sque.striö wurde im Jahr d. St. 581 von dem Censor Q. FulviuS Flaceuö erbaut.(Liv. XL.II. 3. u. Val. Max. I- l). Daß nun TacituS (änn. III. 7l) sagt,daß zu TiberiuS' Zeit kein Tempel der Fortuna Equestris in Nom vorhandengewesen sei, und daß man sich deßhalb, um einem Gelübde zu genügen, nachAntium habe wenden müssen, dieß ist noch kein Beweis, wie Newton undSHulh wollen, daß es auch zu BitruvS und Augustuü' Zeiten keinen gegebenhabe, da wir doch von seinem früheren Bestehen unterrichtet sind.
Bitruvius, Architektur. 6