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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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93
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Linien theile man dann so ein, daß man vier ein halb Theile unterdem Malus (unter L) herabzählt, und nachdem man den Punkt,der zwischen vier ein halb Theilen von oben und drei ein halb Thei-len von unten liegt, verzeichnet M, beschreibe man von diesem Mit-telpunkte aus einen Kreis, dessen Durchmesser so groß ist, wie einervon den acht Theilen (der Volutenhöhe), und ziehe dann in diesemKreise der Kathete entsprechend den Durchmesser. Dann sänge man(mit der Spirale) oben unter dem Abakus (L) an und beschreibe dieeinzelnen Viertelskreise (L 6, 6 0, 0 L, HI), bei jedem folgendendie Zirkelöffnung um den halben Durchmesser des Auges verengernd,und gelangt so wieder in denselben Viertelskreis unter dem Abakus').

7. Die Höhe des Capitals aber ist so zu machen, daß von denneun ein halb Theilen desselben drei noch unter den Astragal amoberen Schaftende (L) Herabkommen; der Wulst (Eierstabwulst tz)nimmt den nach Hinwegrechnung des Abakus (v L) und des Kanals(I. N) übrigen Theil (L L.) ein. Die Ausladung des Wulstes abersoll über den Abakus noch um die Größe des Spiralenauges hinaus-ragen. Die Polstergurte (N) 2) sollen eine solche Ausladung überden Abakus hinaus haben, daß, wenn man einen Schenkel des Zir-

Hier bricht Bitruv die Theorie der Spirale ab, indem er weiter untendafür auf die Figur und die betreffende Zeichenerklärung verweist, die er amEnde des Buches angefügt hat, welche aber, wie aller graphische Apparat desVitruviuS, verloren ist. Wenn Bitruv angibt', daß die Zirkelvffnung bei jedemeinzelnen Quadranten um den halben Durchmesser des Auge» verringert werdenmüsse, so versteht sich von selbst, daß bei Beschreibung der Spirale der Mittel-punkt nicht derselbe bleiben kann, indem sonst die einzelnen BiertelSkreiSlinienohne Verbindung und nur coneentrisch neben einander stehen würden. ES mußdaher für jeden Quadranten der Zirkeleinsatz verändert werden, um bei verrin-gerter Zirkelvffnung mit dem beschreibenden Schenkel die bereits beschriebeneBiertelSkreiStinie zusammenhängend fortsetzen zu können. Darauf fußen auchdie verschiedenen Methoden der Spiraleneonstruetion. Welche von diesen wirwählen, kann für unsere Uebersetzung und Erklärung gleichgültig sein. Die inbeifolgender Figur ir gegebene Volute ist übrigens nach der Salviatischen Me-thode beschrieben, worüber das Genauere in dessen Abhandlung: kstin »eeu-rate äekormauäi tum volutam tum egpitulum lonievm «eeunüum Vitruviiprsecepta.

2) Die Bänder, welche die Bvlutenpolstev in der Seitenansicht zusammen-schnüren Ihr Profil ist durch die punktirte Linie N gegeben.