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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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Capital dick ist, ganz oben wird es so breit sein, als der Schaft ganzunten. 10. Der Gefimsleisten des Epistyls (ä) muß den siebentenTheil seiner Höhe hoch und in seiner Ausladung ebenso stark ge-macht werden, der nach Hinwegrcchnung des Gefimsleistens übrigeTheil ist in zwölf Theile einzutheilen und aus dreien davon ist derunterste Streifen (a), aus vieren der zweite (k), aus fünfen deroberste (c) zu machen.

Der Fries (Zophoros, d. h. Bildträger L) über dem Archi-trav ferner soll um ein Viertheil kleiner sein, als der Architrav;wenn aber Reliefs darauf angebracht werden sollen, um ein Vier-theil höher, damit die Bildwerke ansehnlich werden. Der Gesims-leisten soll. den siebenten Theil seiner Höhe hoch sein, und eben soviel, als er hoch ist, ausladen.

11. Ueber dem Fries ist der Zahnschnitt M anzubringen,welcher so hoch sein soll, wie der mittlere Streifen des Architravsund dessen Ausladung, so stark sein soll, wie seine Höhe. Der Ein-schnitt , welcher auf griechisch Metope heißt, ist so einzutheilen, daß ^der Zahn (k) in der Stirnbreite die Hälfte seiner Höhe, die Höh-lung des Einschnittes (§) dagegen zwei Dritttheile dieser Stirnbreitehabe; der Gesimsleisten (k) des Zahnschnittes aber soll den sechstenTheil seiner Höhe hoch sein. Das Kranzgefimse (Karnies I) mitseinem Gesimsleisten soll mit Ausschluß des Rinnleistens so hoch'sein, wie der mittlere Theil des Architravs; die Ausladung desKranzgefimses mit dem Zahnschnitte ist von der Stärke zu machen,

als die Höhe vom Fries bis zum oberen Rande des Gesimsleistensdes Karnieses betragen wird, und überhaupt haben alle Vorspränge,welche eine ebenso große Ausladung als Höhe haben, ein gefälligeresAnsehen.

12. Die Höhe des Feldes im Giebel (L) ist so zu ermitteln,daß man das ganze Kranzgefimse an der Stirnseite von einem Endedes Gesimsleistens zum andern der Länge nach in neun Theile ver-mißt und von diesen einen Theil für die Höhe des Giebelfeldes an derSpitze in der Mitte bestimmt, die senkrechte Linie desselben aber soll(verlängert) mit der des Epistyls und des Säulenhalses zusammen-fallen. Und darüber ist ein Kranzgefims, das mit Ausnahme des