Rinnleistens ebenso ist, wie das untere'); über dem Kranzgesimsenämlich find Rinnleisten, welche die Griechen Epitithides nennen (I.),zu machen, und zwar um den achten Theil höher, als das Kranz-gesims hoch ist. Die Eck-Akroterien (Giebelzierden) sollen so hochsein, wie das Giebelfeld in der Mitte, die Firstakroterien um einAchtel höher, als die ersteren.
13. Alle Glieder, die über den Säulencapitälen sein werden,nämlich Epistyl, Fries, Kranzgesims, Giebelfeld, Giebel, Akroteriensollen sich an der Stirnseite, jedes um ein Zwölftel seiner Höhe,vorneigen, und zwar deswegen, weil, wenn wir der Stirnseite gegen-überstehen und vom Auge aus zwei Linien gezogen würden, vondenen die eine auf den untersten, die andere auf den obersten Theildes Bauwerkes träfe, diejenige, welche auf den obersten Theil träfe,länger werden würde. Je weiter also die Gesichtslinie nach demoberen Theile sich verlängert, desto mehr gibt sie ihm einen zurück-gebeugten Anschein. Wenn aber die Glieder in der oben beschriebe-nen Weise an der Stirnseite vorgeneigt sind, dann werden sie beimAnblick senkrecht und nach dem Winkelmaße zu stehen scheinen.
14. An den Säulen sind vierundzwanzig Streifen (Canellu-ren) zu machen, und zwar so ausgehöhlt, daß ein Winkelmaß, wennes in die Höhlung der Canellur eingesetzt wird, herumgeführt mitden Schenkeln zur Rechten und Linken die Kanten der Stege berührt,während die Spitze des Winkelmaßes, ringsum die Rundung berüh-rend, herumbewegt werden kann. Die Canelluren müssen so breitgemacht werden, als man Schwellung an der Säulenmitte in derFigur findet.
15. An den Rinnleisten, welche über dem Kranzgesimse an denLangseiten der Tempel find, müssen Löwenköpfe ausgemeißelt werden,so vertheilt, daß sie zunächst je einer Gäule entsprechend angebrachtfind, die übrigen in gleichmäßiger Anordnung so, daß immer je einerder Mitte jeder Dachplatte entspreche. Die ersteren sollen bis andie Rinne, welche von den Dachplatten das Regenwasser empfängt,
l) Das KranzgestmS der Stirnseiten unter dem Giebelfeld hat nämlichden Rinnleisten nicht.
BitruviuS, Architektur. 7