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Drittes Anxrtel.
Die dorische Bauart.
1. Einige alte Baukünstler haben sich dahin ausgesprochen,daß man keine Tempel in dorischer Ordnung erbauen solle, da beisolchen fehlerhafte und unzusammenstimmende Gliederungsverhältnissein's Werk gesetzt würden. Und so sprach sich Tarchesios 0 aus,ferner Pythios 2) und nicht minder Hermogenes ^). Denn da dieser(letztere) den Marmorvorrath für den Bau eines dorischen Tempelsvorbereitet hatte, änderte er ihn aus demselben Material um und er-baute ihn dem Dionysos in ionischer Ordnung. Jedoch nicht, weildaS Aussehen, oder die Ordnung, oder die würdevolle Gestalt nichtschön, sondern weil die Eintheilung der Dreischlitze und der unterenSeite des Gesimses mißlich und unbequem ist. 2. Denn es ist noth-wendig, daß die Dreischlitze den beiden mittleren Vierteln des unterenSäulendurchmeffers entsprechend angebracht werden, und daß die ,Metopen, welche sich zwischen den Dreischlitzen befinden, eben so lang(breit), als hoch seien. Dagegen werden auch ganz außen bei denEcksäulen Dreischlitze angebracht, und zwar nicht den mittleren Vier-teln des Durchmessers entsprechend, und daraus geht hervor, daß dieMetopen, welche sich zunächst an den Eckdreischlitzen befinden, nichtquadratisch werden, sondern um die Hälfte der Dreischlitzbreite län-ger. Diese Sache aber, mag sie nun durch die Verlängerung derMetopen oder durch die Verengerung der Säulenweiten erledigtwerden, ist fehlerhaft. Deshalb scheinen die Alten bei den Tempelndie dorische Ordnung vermieden zu haben.
3. Wir aber wollen sie, wie es unsere Anordnung erheischt, soauseinandersetzen, wie wir sie von den Lehrern überkommen haben,damit jeder, wenn er, auf diese Gesetze merkend, danach seine Schritte
*) Sonst nicht bekannt, möglicherweise mit ArgelivS identisch, welcher nachBitruv VH. Vorwort über korinthische Ordnung und über den von ihm er-bauten ionischen Asklepivötempel von Trolles schrieb.
2- Vgl. Buch I. Kap. 1 , ll. mit Anm. 2. S. 8 und Buch VH. Vorwort.S) Vgl. -um Kap. dritten Buches Anm. 7 auf S. 79.
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