171
sprechenden Striche durch die Bahn des Thierkreises und der «Könnevon Natur aus mit verschiedenen Eigenschaften eingerichtet ist, soscheint man auch in derselben Weise nach den natürlichen Verhält-nissen der Gegenden und nach den Verschiedenheiten des Himmels beider Anlage von Gebäuden sich richten zu müssen.
2. Im Norden dürften die Gebäude in Gewölbeform bedecktund so viel als möglich eingeschlossen und nicht freistehend gebautwerden müssen, jedoch der warmen Himmelsrichtung zugewendet.In der Sonnenhitze in südlichen Gegenden dagegen müssen sie, weilsie sehr von der Hitze leiden, offener und gegen Norden und Nordostgerichtet angelegt werden. So wird das, was die Natur an und fürsich Ungünstiges bietet, durch die Kunst zu verbessern sein; ferner auchin den übrigen Gegenden muß in einer Weise ausgeglichen werden,welche dem Himmelsstriche je nach der Zone entspricht.
3. Dieß aber ist aus der Beschaffenheit der Dinge wahrzuneh-men und zu ersehen, und aikch an den Gliedern und an der Körper-beschaffenheit der Völker zu beobachten. Denn an den Orten, anwelchen die Sonne nur mäßige Hitze verbreitet, erhält sie die Körperin ihrer gehörigen Zusammensetzung, an den Orten aber, welche sie,mit ihrer Bahn am nächsten kommend, versengt, da brennt sie dengehörigen Bestandtheil des Feuchten heraus und nimmt ihn fort.Dagegen wird die Feuchtigkeit in kalten Gegenden, weil sie vomSüden weit entfernt sind, durch die Hitze nicht ausgesogen, sondernes macht vielmehr eine vom Himmel kommende thauige Lust, denKörpern Feuchtigkeit einhauchend, den Körperbau stärker und denTon der Stimme tiefer. Deshalb bringt auch der Norden Völkermit riesigem Körper, mit weißer Farbe, mit geradem und blondemHaar, blaugrauen Augen und mit vielem Blute hervor, weil sie vonder Fülle der Feuchtigkeit und durch die Kälte des Himmels so ge-bildet sind. Bei denen aber, welche zunächst an der Süd-Axe undgerade unter der Sonnenbahn sind, bewirkt der Sonnenbrand, daßsie einen kleineren Körper, dunkle Farbe, krauses Haar, schwarzeAugen, schwache Beine und wenig Blut haben. Sie sind daher auchwegen ihrer Blutarmuth furchtsamer den Waffen Widerstand zu lei-sten; aber Hitze Und Fieber ertragen sie ohne Zagen, weil ihre Gliedermit der Hitze aufgewachsen sind. Daher sind die Körper, welche der