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mehr als seine Breite betragen, die Deckenfelder zwischen den Balkensollen sich noch um Vz der Breite (des Tablinums) über die Höhedesselben sich erheben. Die Weite des Verbindungsganges') soll beikleineren Atrien nach 2 / 3 , bei größeren nach der Hälfte der Breitedes Tablinums bestimmt werden. Die Ahnenbilder ferner sollen mit ^ihren Zierden in einer der Breite der Seitengemächer entsprechendenHöhe angebracht sein 2). Die Breiten- und Höhen-Verhältnisse der *Thüren sollen, wenn sie dorisch sein sollen, in dieser, wenn sie ionischsein sollen, in jener Art angelegt werden, so wie ich dieß von denTempelpforten gesagt habe, für welche ich im 4. Buche die regelrech-ten Maßverhältnisse dargelegt habe. Die Lichtöffnung des Atrium-daches soll mindestens ein Viertheil der Atriumsbreite und höchstens ,ein Dritttheil derselben breit gelassen werden; die Länge mache man jim angegebenen Verhältnisse nach der Länge des Atriums.
7. Die Säulenhöfe (Peristyle aber sollen quer angelegt undum '/z länger sein als tief; die Säulen sollen so hoch sein, wie die !Säulenhallen breit. Die Säulenweiten der Säulenhöfe sollen nicht sweniger als 3 und nicht mehr als 4 Säulendicken Spannung haben. 'Wenn aber beim Säulcnhof die Säulen in dorischer Ordnung ge- ^macht werden sollen, so nehme man die Maßeinheiten so, wie ichdieß im 4. Buche über den dorischen Styl geschrieben, und vertheile j 'sie nach diesen Maßeinheiten und nach Maßgabe der Triglyphen. .
8. Die Länge der Speisesäle muß zweimal so groß gemachtwerden, als ihre Breite mißt. Die Höhe aller Gemächer, welche vonlänglicher Gestalt sind, muß ein solches Verhältniß haben, daß man .das Längen- und Breitenmaß zusammen- und aus dieser Summe die ^Hälfte nimmt, und das dadurch erzielte Maß der Höhe gibt. Wenn >«man aber Sprechsäle (Conversationssäle, Exedren) oder quadratische
1) f-tliees, die Verbindungsgänge zwischen Atrium und Peristyl seitwärts ?
neben dem Tablinum. ,
2) Marini seht die Ahnenbilder in die Seitengemächer, was jedoch nichtblos ganz unbelegbar und unverständlich ist, sondern auch nicht in VitruvS ^Worten liegt. WaS vieler von den Ahnenbildern sagt, bezieht sich noch auf ^das Tablinum.
2) Das Peristyl, in den pompejanischen Beispielen etwas größer, als das 'Atrium, ist der stets umsäulte innere Hof, durch das Tablinum getrennt vondem äußeren und mit demselben durch die FauceS verbunden. .