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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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auf die Himmelsgegend eine passende Richtung haben müssen. DieWinter-Speisesäle und Badegemächer sollen gegen West-Süd-Westgerichtet sein, deshalb, weil man sich der Abendbeleuchtung bedienenmuß; außerdem weil auch die Abendsonne, indem sie ihre Strahlengerade gegenüber ausbreitet, Wärme zurückläßt und zur Abendzeitdiese Himmelsrichtung mäßig erwärmt. Die Schlafzimmer und dieBibliotheken müssen gegen Osten gerichtet sein; denn ihr Gebraucherfordert die Morgensonne: auch werden in den Bibliotheken dieBücher nicht vermodern. Denn in denjenigen, welche gegen Südenund Westen gerichtet sind, werden die Bücher von Motten und Feuch-tigkeit verdorben, weil die daher kommenden feuchten Winde dieseMotten erzeugen und sie gedeihen lassen, und indem ihr feuchter Hauchhineinbringt, die Bücher durch Schimmel verderben.

2. Die Frühlings- und Herbstspeisezimmer sind mit ihren Fen-stern nach Osten gewendet: denn dann macht sie die Kraft der Sonneim Vorschreiten gegen Westen bis zu der Zeit, wo man sich dieserZimmer bedienen muß, gemäßigt warm. Die Sommerspeisesäle sollengegen Norden gerichtet sein, weil diese Himmelsgegend nicht, wie dieübrigen um die Zeit der Sommersonnenwende, wegen der Hitze schwülwird, und weil sie, von der Sonnenbahn abgewendet, immer kühlbleibend, im Gebrauch als gesund und angenehm sich bewährt. Eben-so sollen die Gemäldesäle, die Teppich-Webereien und die Werkstättender Maler diese Richtung haben, damit ihre Farben bei der Arbeitwegen der Gleichheit des Lichtes ihre Beschaffenheit unverändert bei-behalten.

Fünftes Kapitel.

Don den abgesonderten Räumen in den Privatgeväuden und von den standes-gemäß zukommenden verschiedenen Geväudearten.

1. Nachdem nun die Bestandtheile der Gebäude so nach denHimmelsgegenden vertheilt sind, ist auch darauf das Augenmerk zurichten, aus welche Art in Privatgebäuden die für den Herrn desHauses abgesonderten und wie die auch den Nichtangehörigen zugäng-lichen Räume gebaut werden müssen. Denn in die Räume, welcheabgesondert sind, ist nicht Allen, sondern nur den Geladenen einzu-