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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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terböden, Backöfen, dürften außerhalb des Landgutes anzulegen sein,damit die Landgüter vor Feuersgefahr sicherer seien. Wenn Etwaszierlicher auf einem Landgute zu bauen sein soll, so führe man esnach den zusammenstimmenden Maßverhältnissen, wie sie oben beiden städtischen Gebäuden beschrieben worden sind, angelegt auf, jedochberücksichtigend, daß es ohne Behinderung der landwirthschaftlichenZweckmäßigkeit gebaut werde.

6. Bei allen Gebäuden muß dafür Sorge getragen werden,daß sie wohl beleuchtet seien; aber dieß scheint bei Landgütern leichterzu bewerkstelligen zu sein, deshalb, weil die Wand keines Nachbarshinderlich sein kann: in der Stadt aber bewirken entweder die Höheder gemeinschaftlichen Mauern, oder die Enge des Raumes, indem siedas Licht abschneiden, Dunkelheit. Man wird daher darüber fol-gende Untersuchung anstellen müssen: Man ziehe an der Seite, vonwelcher man das Licht nehmen muß, eine Linie von der Höhe derMauer, welche hinderlich zu sein scheint, bis zu dem Orte, welchemman das Licht verschaffen muß, und wenn man, an dieser Linie indie Höhe schauend, einen beträchtlichen Raum des freien Him-mels sehen kann, so wird an dem Orte das Licht unbehindert sein.7. Wenn aber Balken, oder Fenstergesimse, oder höhere Stock-werke im Wege stehen, so mache man oben eine Oeffnung und lasseso das Licht ein, und überhaupt muß man es so einrichten, daß im-mer auf den Seiten, wo man den Himmel sehen kann, Fensteröffnun-gen gelassen werden; denn so werden die Gebäude hell werden. Wieman aber bei den Speisesälen und übrigen Gemächern des Lichtessehr bedarf, so auch in den Corridoren, Aufgängen und Treppen;weil in den Räumen sonst nur zu häufig Leute, die etwas tragen,an einander zu rennen pflegen.

(VII.) Ich habe nun, so viel ich konnte, die bei unseren Lands-leuten übliche Anlage der Gebäude entwickelt, damit die Bauunterneh-mer darin nicht unerfahren seien: jetzt werde ich auch noch gedrängtbesprechen, wie die Wohngebäude nach der Weise der Griechen einge-theilt werden, damit auch diese nicht unbekannt sei,