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sind, als daß sie eine Hand ausfüllen. Ist die Unterschicht aufgelegt,so mische man die Estrichmasse, und zwar so, daß sie, wenn neuberei-tet, aus einem Viertheil Kalk im Verhältniß zu den Estrichsteinenbesteht, wenn sie aber schon einmal verwendet war, so dürften zweiSiebentel Kalkzusatz entsprechend sein. Hierauf wird die Estrichmaffeausgelegt und mit hölzernen Rammklötzen, von etwa zehn Mann ge-handhabt, tüchtig festgestampft, und diese eingestampfte Masse sollzuletzt nicht weniger als drei Viertel Fuß in der Dicke haben. Dar-über wird die Deckschicht, bestehend aus drei Theilen gestoßenerThonscherben und einem Theile Kalk, aufgestochen, so dick, daß siemit dem daraus gebetteten Fußboden nicht weniger als sechs Zollmißt. Auf der Deckschicht breite man sorgfältig nach Richtscheit undSetzwage den Fußboden aus, entweder in verschiedenförmig geschnit-tenen oder in rechteckigen Platten'). 4. Nachdem dieser ausgebreitetund die Nivellirung desselben vollzogen ist, hat man ihn so abzu-schleifen, daß, wenn er aus verschiedenförmigen Platten besteht, vonden Rauten oder Dreiecken oder Quadraten oder Sechsecken nichteinzelne vorstehen, sondern daß das ganze Feld der zusammengefügtenPlatten eine ganz ebene Fläche bilde, und wenn er aus rechteckigenPlatten besteht, daß deren Ecken alle in derselben Ebene liegen undnirgend vorstehen, denn so lange die Ecken nicht alle gleichmäßig ge-ebnet sind, ist die Abschleifung noch nicht gehörig vollendet. Auchdas tiburtinische ährensörmige Backsteinpflaster 2) ist mit Sorgfaltherzustellen, daß nicht Lücken entstehen und Erhöhungen vorragen,sondern daß es straff gespannt erscheine und nach dem Richtscheitabgeschliffen sei. Nachdem der Fußboden abgeschliffen, geputzt undpolirt ist, siebe man Marmorstaub daraus und ziehe eine Decke ausKalk und Sand darüber.
5. Unter freiem Himmel aber müssen die Fußböden besonderstüchtig hergestellt werden, weil das Balkenwerk, durch Feuchtigkeitanschwellend, oder durch Trockenheit schwindend, oder durch Krüm-mung sich senkend, in Folge dieser Veränderung seiner Lage die Fuß-
i) Marmorfußbvden mit oder ohne ornamentale Muster. Auf musivifcheArbeit paßt die Vorschrift ut Iiae vmne8 sngulos Iiadeant aegusle8 keineswegs-
2- Dabei sind die Ziegel auf die lange Kante gestellt und so aneinander-gereiht, daß sie paarweise ein /X bilden.