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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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Lungen, nicht blos glänzen, sondern auch das Bild der Beschauerreflektiren.

10. Die Verpußarbeiter der Griechen verfahren nicht blos nachdieser Methode, um ihre Arbeiten dauerhaft zu machen, sondern sielassen überdieß in der Mörteltruhe den Mörtel aus Kalk und Sandvon etwa zehn Mann mit hölzernen Rammklötzen stampfen, und be-dienen sich dann des so um die Wette verarbeiteten Materials. Da-her sägen auch einige die Verputzschichten von alten Wänden ab undverwenden sie als Belegplatten; ein solcher Verputz aber hat ringsum die Platten oder Felder vorkragende Rahmen.

11. Wenn Mr bei Fachwerk der Verputz herzustellen ist, wel-cher an der Stelle der Ständer und der Querriegel nothwendigSprünge bekommen muß, deshalb, weil diese, wenn sie mit Lehmverstrichen werden, unfehlbar Feuchtigkeit anziehen, und wenn sietrocken werden, schwinden, so ist Hiebei das Verfahren, um dieß zuverhindern, folgendes: Wenn die Wand verstrichen ist, hefte manan dieselbe nach einer Richtung hin Rohre vermittelst breitköpfigerNagel. Nachdem man hierauf abermals eine Lehmschicht darübergestrichen, hefte man, wenn die erste Berohrung in horizontaler Rich-tung läuft, eine zweite mit senkrecht gestellten Rohren darüber undsetze dann in der oben beschriebenen Weise den seinsandigen und denMarmorbewurf und den ganzen Verputz darauf. So wird die dop-pelte, in sich kreuzenden Lagen ununterbrochen über das Ganze hin-laufende Berohrung an den Wänden nicht blos das Abbröckeln, son-dern auch das Zerklüsten des Verputzes verhindern.

Der Verputz an feuchten Stellen.

1. Nach welchem Verfahren der Verputz an trockenen Ortenhergestellt werden solle, habe ich angegeben, nun will ich entwickeln,wie die Verputzung an feuchten Stellen so zu erledigen sei, daß siein unbeschädigtem Zustande ausdaure. In Zimmern zunächst, welchezu ebener Erde sind, bewerfe und verputze man die Wände vom Fuß-boden an bis zu einer Höhe von ungefähr drei Fuß mit einem Mör-