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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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und Wasserwage unzuverlässig sind. Der Chorobat aber besteht auseinem etwas längeren Richtscheit von etwa zwanzig Fuß, welches anden äußersten Enden ganz gleichartig gefertigte Schenkel hat, die indie Enden des Richtscheites nach dem Winkelmaße eingefügt find,und Streben') zwischen dem Richtscheite und den Schenkeln, diedurch Einzapfung festgemacht sind. Diese Streben haben lothrechteLinien ausgezeichnet, und diesen einzeln entsprechend hängen von demRichtscheite Bleilothe herab, welche, wenn das Richtscheit aufgestelltist und wenn sie genau aus die verzeichneten Linien einspielen, einewagrechte Lage anzeigen.

2. Wenn aber der Wind störend einwirkt und die Linien durchdie so hervorgebrachte Bewegung kein verlässiges Kennzeichen mehrdarbieten können, dann soll das Instrument oben eine Rinne vonsechs Fuß Länge, einem Zoll Breite und anderthalb Zoll Tiefe haben,in welche man Wasser hineinzugießen hat, und wenn nun das Wasserin durchaus gleicher Höhe den Rand der Rinne berührt, so wird manwissen, daß die Lage magrecht sei. Hat man so mit jenem Chorobatdas Niveau ermittelt, so ergibt sich auch das Verhältniß des Gesälls.

3. Es könnte aber vielleicht Jemand, der des Archimedes Bü-cher gelesen, einwenden, daß man mit Wasser keine verlässige Nivel-lirung vornehmen könne, weil das Wasser nach dessen Ansicht keinewagrechte Oberfläche bilde, sondern eine sphäroidische Figur beschreibe,und dort ihren Mittelpunkt habe, wo ihn auch die Erde hat. Alleinmag nun das Wasser eine Ebene oder ein Sphäroid bilden, so bestehtdoch die Nothwendigkeit, daß die beiden Enden der Rinne auf demRichtscheite, wenn dieses in wagrechter Lage ist, das Wasser in einerbeiderseits gleichen Höhe halten. Wenn aber das Instrument schräggeneigt ist, so wird aus der Seite, welche durch ihre Erhebung auchdie Rinne auf dem Richtscheit höher stellt, das Wasser den Rand derRinne nicht berühren. Denn nothwendig muß das Wasser, wohinMan es auch gießen mag, in der Mitte eine Schwellung und Krüm-mung haben, an den Enden zur Rechten und Linken aber beiderseits

*) transversari», schräge .Hölzer, die sich zu dem beiderseitigen rechte»Winkel, welchen die Schenkel mit den Enden deö HorizontalbalkenS bilden, sichverhalten wie die Hypothcnuse,