unfehlbar des Dichters Ennius Bild, wie das der Götter, weihevollin ihrem Herzen tragen. Denen aber, welche sich nachhaltiger anden Gedichten deS Aecius ergötzen, dürfte nicht blos die Kraft seinerWorte, sondern auch seine Persönlichkeit immer gegenwärtig sein.17. Ferner werden mehrere, die nach unserem Zeitalter das Licht derWelt erblicken, mit Lucretius, gleichsam als ob er noch vor ihnenstände, über die Wesenheit der Dinge zu disputiren scheinen, mitCicero dagegen über die Rhetorik; viele von unseren Nachkommenwerden mit Varro über die lateinische Sprache ein Gespräch an-knüpfen, und nicht minder werden auch mehrere gelehrte Literatur-freunde in vielfachen Erörterungen mit den griechischen Weisen Un-terredungen zu halten scheinen. Und überhaupt haben die Aussprücheder weisen Schriftsteller, wenn sie, nachdem deren Leib dahingegangen,mit ihrem Alter immer mehr in Aufnahme kommend, bei Berathun-gen und gelehrten Unterhaltungen angewandt werden, ein größeresAnsehen, als das aller Gegenwärtigen ist.
18. Und so habe ich, o Cäsar, aus solche Gewährsmänner ge-stützt und ihre Gedanken und Rathschläge verwerthend, diese Bücherversaßt, und nachdem ich vom ersten bis siebenten von den Gebäudenund im achten vom Wasser gesprochen, werde ich in diesem von denRegeln für die Sonnenuhren, sowie sich diese mit den Strahlen derSonne durch die Schatten des Sonnenzeigers ergeben haben, undvon den Gesetzen, nach welchen sich diese (Schatten) verlängern oderverkürzen, handeln.
Erstes Kapitel.
Der Gürtel der zwölf Sternbilder und die entgegengesetzte Bahn derPlaneten.
1. Das aber ist durch den göttlichen Geist so eingerichtet underregt billig bei denen, welche es beobachten, große Verwunderung,daß der Schatten des Sonnenzeigers in der Zeit der Tag- und Nacht-gleiche in Alexandria von anderer Länge ist, als in Athen, von an-derer in Rom, und wieder abweichend in Placentia und an verschie-denen anderen Plätzen des Erdkreises. Daher differiren auch dieVerzeichnungen von Uhren bei Veränderung des Ortes: denn nach