so daß sie sogar dabei um ihr Vermögen gebracht werden, und aufder anderen Seite würden die Baumeister durch die Besorgniß vorGeldbußen gezwungen, in genauer erwogener Rechnung den Kosten-voranschlag herzustellen. Denn diejenigen, welche viermalhundert-tausend Sesterzen ^ leisten können, diese werden, wenn sie noch hun-derttausend daraufzahlen müssen, durch die Freude, welche bei ihnendie gehoffte Vollendung bewirkt, darüber beruhigt, diejenigen aber,welchen eine Nachzahlung im Betrage der Halste des Voranschlagesund darüber aufgebürdet wird, sind oft gezwungen, nachdem sie dieHoffnung auf günstigen Erfolg verloren und die Zahlung verweigerthaben, mit ruinirten Vermögensverhältnissen und mit gebrochenemMuthe von dem Unternehmen abzustehen.
3. Dieß sollte nicht blos bei Gebäuden so sein, sondern auchbei den Gerüsten für Festspiele, die von den Obrigkeiten entweder inder Form von Gladiatorenkämpfen aus dem Forum oder von Theater-vorstellungen gegeben werden, bei welchen weder Verzögerung, nochBedenkzeit zugestanden wird, wo vielmehr der Drang der Verhältnissezur Vollendung des Werkes in bestimmter Zeit zwingt; nämlich beider Herstellung der Sitzbänke des Zuschauerraumes, des Zugwerksder Segeltuchüberspannung, wie auch alles dessen, was nach demGebrauch bei Theatervorstellungen durch Maschinerie an dekorativerAusstattung dem Volke geboten wird. Dabei aber bedarf es einesgeübten Verständnisses und der Erfindungsgabe eines sehr ausgebil-deten Geistes, weil nichts der Art ohne Kunde des Maschinenbauesund ohne mannigfache und tüchtige Fachkenntnisse hergestellt werdenkann.
4. Da demnach dies so herkömmlich und stehende Einrichtungist, so dürfte es wohl am Platze sein, daß man mit Ueberlegung undhöchster Sorgfalt die für solche Werke geltenden Regeln geläufigMacke, ehe die Werke selbst hergestellt werden. Und weil denn wederGesetz noch Gebrauch vorliegt, was jenes erzwingen könnte, und all-jährlich sowohl Prätoren, als Aedilen zum Zwecke der abzuhaltendenSpiele künstliche Gerüste aufschlagen müssen, so scheint es mir, oImperator, nicht ungehörig, nun, nachdem ich bereits in den voraus-
qusöri'Zenta, mithin 29,V0Z Rthlr. (nach Hultsch).