Buch 
Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
Entstehung
Seite
327
JPEG-Download
 

327

liche Maschine schleudern soll, und zwar soll dem neunten Theile dieserPfeillänge die Größe der Löcher (Fig. 37 a), durch welche die die Bo-genarme umschließenden Spannftränge gespannt werden, entsprechen.

2. Nach der Größe dieser Spannlöcher aber bemißt sich dieHöhe und Breite des Spannrahmens'). Die wagrechten Stücke(b k), welche das Ober- und Untertheil des Spannrahmens bildenund Peritreta (die Durchbohrten) genannt werden, sollen eine Dickegleich einem Spannloche und eine Breite, welche an den Enden an-derthalb Spannlochdurchmesser und sonst ein drei Viertel desselbengleich ist, haben; die senkrechten Stücke (e e) des Spannrahmensrechts und links sotten vier Spannlochdurchmesser hoch seist, dieZapfen ungerechnet, und fünf Achtel desselben Durchmessers dick; dieZapfen aber sollen den halben Spannlochdurchmesser dick sein. Vomsenkrechten Nahmenstück bis zum Spannloche soll ein Abstand voneinem Viertel jenes Durchmessers sein und derselbe vom Spannlochebis zum senkrechten Mittelstücke (ä) 2). Die Breite dieses Mittel-stücks betrage ein drei Viertel Spannlochdurchmesser, die Dicke einen.3. Der Ausschnitt (s) im senkrechten Mittelstück, wo der Pfeil auf-gelegt wird, sei dem vierten Theile des Spannlochdurchmessers gleich.Die vier Ecken rings am Spannrahmen beschlage und festige man

und Nüstow (Geschichte des griechischen Kriegswesens von den ältesten Zeitenbis auf PvrrhoS. Aarau 1852. S. 378 fg. undGriechische Kriegsschrift-steller, griechisch und deutsch, mit kritischen und erklärenden Anmerkungen".Leipz. 1853.) zu Grunde gelegt.

1) Es ist demnach der Durchmesser dieses SpannlocheS die Maßeinheitfür alle Theile dieser Geschütze, wie bei den Tempeln die Säulendicke oder dieTriglyphe. Vgl- Buch II. Kap. 2, 4. Die S. 330 folgenden Figuren zeigeneine Katapulte in drei Ansichten. ^ den Spannrahmen in der Geschützrich-tuug selbst gesehen, 6 das Geschütz von oben gesehen, 6 das Geschütz von derSeite gesehen, sammt dem Gestelle. Schon daraus werden die drei Haupt-bestandtheile des Geschützes ersichtlich, wie sie auch nach einander zur Bespre-chung kommen, nämlich der Spannrahmen mit den Bogenarmen, die Lastetemit Zugehör, und das Gestelle.

2) Der vitruvische Spannrahmen der Katapulte unterscheidet sich von dergriechischen dadurch, daß der erstere nur ein senkrechtes Mittelstück hat, daS in derMitte zum Durchstecken des pfeiltragenden Läuferstückeö ausgeschnitten ist, wäh-rend der griechische zwei senkrechte Mittelstücke hatte, welche die Lastete mitdem Läufer zwischen sich nahmen.