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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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unter siebzehn Cubitus (Ellen) ^ betragen, er soll sich aber um ein Fünf-tel seines unteren Breitenmaßes verjüngen. Die Ständer im unterenTheile des Thurmes sollen drei Viertel Fuß stark sein, die Standeroben einen halben. Es soll aber nach seiner Angabe ein solcherThurm zehn Geschosse und stellenweise Fenster haben; 5. ein Thurmvon der größeren Art dagegen soll hundertzwanzig Ellen hoch, drei-undzwanzig ein halb breit sein und sich ebenfalls um ein Fünftelverjüngen; die Ständer sollen unten einen Fuß, oben einen halbenFuß stark sein. Die ganze Höhe aber gliedert er in zwanzig Stock-werke, die so eingerichtet sind, daß jedes außerhalb einen Umgangvon drei Ellen Breite hat^). Aeußerlich aber verkleidet er den Thurmmit ungegerbten Häuten, um ihn dadurch vor jeder Schädigung sicherzu stellen.

6. Die Herstellung der Widderschildkröte wurde auf dieselbeWeise bewerkstelligt. Sie hatte einen Jnnenraum von dreißig Ellenin der Breite und von vierzig in der Länge, die Höhe betrug mitAusschluß des Giebels vierzehn Ellen. Die Höheres Giebeldachesaber betrug von der Horizontaidecke an bis zur Giebelspitze siebenEllen 4). Ueber dem Giebeldache in der Mitte, da, wo der Giebelschon mindestens um zwei Ellen sich erhoben, errichtete man einenkleinen Thurm von achtzehn Ellen Höhe und von drei Böden, aufderen höchstem Skorpionen und Katapulten aufgepflanzt waren, wäh-rend man in den unteren Stockwerken einen großen Wasservorrathhielt, um das Feuer, im Falle solches angelegt oder geschleudert wurde,zu löschen. Innerhalb wurde die Widdermaschine, welche auf grie-

1) Da ein Cubitus nach Hultsch einem modernen Längenmaße von 1,52'(bayer. und hannov.) oder von 1,40' (vsterr.) einspricht, so berechnet sich dieHöhe des kleinsten Thurmes auf 9i,2' (bayer. und hannov.) und 84'(vsterr.),die Brette aber auf 25,'8' (bayer. und hannov.), 23,8' (vsterr ).

2) D. h. 182,4' (bayer. und hannov.) oder 168' (vsterr.) hoch und 35,7,(bayer. und hannov.) oder 32,9' (vsterr.) breit.

5) Wie aus Athenäus erhellt, dienten diese äußeren Umgänge dazu, An»griffe auf diese Thurme durch Ausfälle oder Brand zurückzuweisen, was voninnen aus schwieriger gewesen wäre.

4) Marini's Aenderung der Zahlen auf Grundlage der Parallelstelle beiAthenäus erscheint nicht gerechtfertigt. Die beifolgende Figur 38 wird dieß imGegensatz zur Marini'schen Figur erhärten.