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2 Von griechische» Göttern nnd Heiden
auszugraben und zu behauen, aus dem Lehm der ErdeZiegel zü brennen, Balken aus dem gefällten Holze desWaldes zu zimmern und mit allem diesem sich Häuser zuerbauen. Unter der Erde, in sonnenlosen Höhlen, wimmeltees von ihnen. Nicht den Winter, nicht den blütenoollenFrühling, nicht den früchtereichen Sommer kannten sie ansicheren Zeichen; planlos war alles, was sie verrichteten.
Da nahm sich Prometheus seiner Geschöpfe an: er lehrtesie den Auf- und Niedergang der Gestirne beobachten, er-fand ihnen die Kunst zu zählen, die Buchstabenschrift; erlehrte sie Tiere ins Joch spannen und zu Genossen ihrerArbeit brauchen, gewöhnte die Rosse an Zügel und Wagen;er erfand Nachen und Segel für die Schiffahrt. Auch fürdas übrige Leben sorgte er den Menschen. Früher, wenneiner krank wurde, wußte er kein Mittel, nicht was vonSpeise und Trank ihm zuträglich sei, kannte kein Salbölzur Linderung seiner Schäden; aus Mangel an Arzneienstarben sie elendiglich dahin. Darum zeigte ihnen Prome-theus die Mischung milder Heilmittel, allerlei Krankheitendamit zu vertreiben. Dann lehrte er sie die Wahrsage-kunst, deutete ihnen Vorzeichen und Träume, Bogelflug undOpferschau. Ferner führte er ihren Blick unter die Erdeund ließ sie hier das Erz, das Eisen, das Silber und dasGold entdecken; kurz, in alle Bequemlichkeiten und Künstedes Lebens leitete er sie ein.
Jetzt wurden die Götter aufmerksam auf das emsigeMenschenvolk, das aus der Schöpfung des Titanensohneshervorgegangen war. Sie verlangten Verehrung von ihmund waren bereit, dafür ihren Schutz zu gewähren. So wardzu Mekone, der spätern Stadt Sikyon, auf dem Peloponnesein Tag gehalten zwischen Sterblichen und Unsterblichen, undRechte und Pflichten der Menschen wurden bestimmt. Beidieser Versammlung erschien Prometheus als Anwalt seinerMenschen, um dafür zu sorgen, daß die Götter für die über-nommenen Schutzämter den Sterblichen nicht allzu lästigeGebühren auferlegen möchten. Da verführte die ererbteSchlauheit den Titanensohn, die Götter zu betrügen. Erschlachtete im Namen seiner Geschöpfe einen großen Stier;davon sollten die Himmlischen wählen, was sie für sich alsAnteil verlangten. Er hatte aber nach Zerstückelung desOpfertiers zwei Haufen gemacht; auf die eine Seite legteer das Fleisch, Herz und Leber, in die Haut des Stieres