Band 
Zweiter Band.
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Von griechischen Göttern und Helden

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eingewickelt, und deckte den Magen darauf; auf die anderedie kahlen Knochen, künstlich in das llnschlitt des Schlacht-tieres eingehüllt, und dieser Haufe war der größere.Zeus, der Eöttervater, der allwissende, durchschaute aberseinen Betrug und sprach:Sohn des Japetos, erlauchterKönig, guter Freund, wie ungleich hast du die Stücke ge-teilt!" Da vermeinte Prometheus erst recht, er habe ihnbetrogen, lächelte bei sich selbst und sprach:Erlauchter Zeus,größter der ewigen Götter, wähle den Teil, den dir deinSinn anrät zu wählen." Zeus ergrimmte im Herzen; abägeflissentlich faßte er mit beiden Händen das weiße llnschlittund drückte es auseinander. Als nun die bloßen Knochenan den Tag traten, stellte er sich, als entdecke er erst jetztden Betrug, und zornig sprach er:Ich sehe wohl, FreundIapetionide, daß du die Kunst des Truges noch nicht ver-lernt hast."

Um sich an Prometheus für diesen Betrug zu rächen,versagte Zeus den Sterblichen die letzte Gabe, die sie zurVollendung ihrer Gesittung bedurften: das Feuer. Dochauch dafür wußte der schlaue Sohn des Japetos Rat. Ernahm den ausgetrockneten Stengel des markigen Riesen-fenchels, näherte sich damit dem vorüberfahrenden Sonnen-wagen und setzte ihn an dessen Glut in Brand. Mit diesemFeuerzunder kam er hernieder auf die Erde, und bald loderteder erste Holzstoß gen Himmel. In innerster Seele schmerztees den Donnerer, als er den fernhin leuchtenden Schein desFeuers bei den Menschen aufgehen sah. Um sie für denRaub zu strafen, ersann er ein besonderes Unheil. Derseiner Kunst wegen berühmte Feuergott Hephästos mußteihm das Scheinbild einer schönen Jungfrau fertigen; Atheneselbst, die dem Prometheus aus Eifersucht abhold gewordenwar, warf dem Bild ein weißes, schimmerndes Gewand über,ließ einen Schleier über das Gesicht des Mädchens wallen,den es mit den Händen geteilt hielt, bekränzte sein Hauptmit frischen Blumen und umschlang es mit einer goldenenBinde, die gleichfalls Hephästos angefertigt und mit Tier-gestalten herrlich verziert hatte. Hermes, der Eötterbote,mußte dem holden Geschöpf Sprache verleihen, und Aphroditeallen Liebreiz. So ward eine blendende Truggestalt ge-schaffen, und Zeus nannte sie Pandora, das heißt die All-beschenkte; denn jeder der Unsterblichen hatte dem Mägdleinirgend ein unheilbringendes Geschenk für die Menschen mit-