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Zweiter Band.
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Von griechisch«» Göttern und Helden

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müde Knie zu beugen. „Viele vergebliche Klagen und Seufzerwirst du versenden," sagte Hephästos zu ihm, „denn Zeus'Sinn ist unerbittlich, und alle aus dem neuen Herrscher-geschlecht sind hartherzig." Wirklich sollte auch die Qualdes Gefangenen ewig oder doch dreitzigtausend Jahre dauern.Doch Prometheus blieb ungebeugten Sinnes, wenngleich ermanchmal laut aufstöhnte und Winde und Meereswellen,Quellen und Ströme, die Allmutter Erde und den all-schauenden Sonnenkreis zu Zeugen seiner Pein aufrief.„Was das Schicksal beschlossen hat", sprach er, „mutz derjenigetragen, der die unbezwingliche Gewalt der Notwendigkeiteingesehen hat." Ja, selbst im! furchtbarsten Leiden noch trotzteer dem Zeus und reizte seinen Zorn. Als der Eötterbe-herrscher um die Hand der Thetis warb, da tat der gefesselteTitane die Weissagung, die Meergöttin werde einen Sohnzur Welt bringen, der stärker sein werde als sein Vater:aber durch keine Drohungen lietz er sich bewegen, das dunkleWort näher auszudeuten. Da vermählte Zeus die Göttinmit dem sterblichen Helden Peleus, dem sie später den herr-lichen Achilleus gebar, wodurch die Weissagung in Erfüllungging. Dem Prometheus aber sandte der erzürnte Gott einenAdler, der als täglicher Gast zehren durfte an der Leber desGefesselten, die sich, abgeweidet, immer wieder erneuerte.Die Qual sollte nicht eher aufhören, bis jemand sich erbot,freiwillig die Stelle des Unglücklichen einzunehmen undfür ihn des Todes zu sterben.

Nachdem Prometheus jahrhundertelang, furchtbare Lei-den erduldend, an dem Felsen gehangen, erschien ihm endlichder Tag der Erlösung. Auf der Fahrt nach den Apfelnder Hesperiden begriffen, kam der mächtige Herakles desWeges, um bei dem weltkundigen Titanensohn guten Ratfür sein Vorhaben zu holen. Als er ihn erblickte, da erbarmteihn des furchtbaren Geschicks; denn er sah zu, wie der! Adler, auf den Knien des Prometheus sitzend, an der Leberdes Unglücklichen fratz. Da legte er Keule und Löwenhauthinter sich, spannte den Bogen und schotz den grausamenVogel vom Leibe des Gequälten hinweg. Hierauf löste erseine Fesseln und führte den Befreiten mit sich davon. Da-mit aber des Götterkönigs Bedingung erfüllt wurde, stellteer ihm als Ersatzmann den Centauren Chiron, der erbötig war,an jenes Statt zu sterben, da er an einer unheilbaren Pfeil-wunde litt und die Unsterblichkeit ihm zur Qual geworden