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Zweiter Band.
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Bon griechischen Göttern und Helden

gegeben. Darauf führte Zeus die Jungfrau hernieder aufdie Erde, wo Sterbliche zusammen mit den Göttern lust-wandelten. Alle miteinander bewunderten die unvergleich-liche Gestalt. Sie aber schritt zu Epimetheus, dem arg-loseren Bruder des Prometheus, ihm das Geschenk des Zeuszu überbringen. Vergebens hatte diesen der Bruder gewarnt,jemals ein Geschenk vom olympischen Zeus anzunehmen, da-mit den Menschen kein Leid dadurch widerfahre. Epimetheus,dieses Rates uneingedenk, nahm die schöne Jungfrau mitFreuden auf und empfand das übel erst, als er es hatte.Bisher hatten die Menschen, von Prometheus beraten, fried-lich und sorglos gelebt, ohne beschwerliche Arbeit, ohnequälende Krankheit. Pandora aber brachte in ihren Händendie verhängnisvolle Gabe der Götter herab: ein großes Ge-fäß, das mit einem Deckel versehen war. Und kaum hattesie, von Epimetheus bewillkommt, den Fuß niedergesetztbei den Menschen, so schlug sie den Deckel zurück, und als-bald entflog dem Gefäß eine Schar von Übeln und verbrei-tete sich mit Blitzesschnelle über die Erde. Ein einziges Gutwar zu Unterst in dem Gefäß verborgen: die Hoffnung. Abernach dem Gebot des Eötterbeherrschers warf Pandora denDeckel wieder zu, ehe es herausflattern konnte, und ver-schloß die trostreiche Gabe so für immer in dem Gefäß. DasElend erfüllte inzwischen in allen Gestalten Erde, Luft undMeer. Die Krankheiten irrten bei Tag und bei Nacht unterden Menschen umher, heimlich und schweigend, denn Zeushatte ihnen keine Stimme gegeben; eine Schar von Fiebernhielt die Erde belagert, und der Tod umlauerte die Sterb-lichen auf Schritt und Tritt.

Darauf wandte sich Zeus mit seiner Rache gegen Pro-metheus. Er übergab den kühnen Titanensohn dem Hephästosund seinen Dienern. Diese mußten ihn in die skythischenEinöden schleppen und hier, über einem schauderhaften Ab-grund, an eine Felswand des Berges Kaukasus mit unauf-löslichen Ketten festschmieden. Ungern vollzog Hephästos denAuftrag seines Vaters; denn er liebte den klugen, erfindungs-reichen Prometheus, den ebenbürtigen Göttersprößling. Wäh-rend die rohen Knechte das grausame Werk vollbrachten,suchte er den Unglücklichen mit mitleidsvollen Worten zutrösten.

So mußte nun Prometheus an der unseligen Klippehängen, halb aufrecht, schlaflos, niemals imstande, das