Heimat und Vaterland
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zahlreicher Menschen, die gern im Grünen und auf dem Landesind und den großen Touristenstrom meiden. Die Eisenbahnhat sich unten am See einen Weg gemacht; mit schrecklichemGebrüll rasseln die Züge durch die Tunnel; es gibt wohl kaumdurchbrochene Felsen, welche die Lokomotive mit größeremGeheul und Geknatter begleiten. Immerhin sieht man dochvom Wagen aus mehr als am Urnersee, und die Strecke vonWesen nach Walenstadt gehört zu den schönsten Fahrten, be-sonders auch durch den Kontrast in den durchlaufenen Strecken.Hat sich der Reisende des lachenden Zürichsees erfreut und diein den Obstbaumwäldern versteckten schönen Dörfer bewun-dert, so tritt er in die allerdings nicht mehr sumpfige, aberimmer noch öde Gegend des Linthkanals; und dann, nach demersten Tunnel, hat er einen ernsten, tiefblauen See vor sich,dessen Fluten nur durch einen leichten Kahn oder ein schwe-reres Steinschiff durchfurcht sind; drüben aber steigt, kaumhie und da durch grünen Nasen unterbrochen, die Wand derEhurfirsten empor, steil und rauh, und die Spitzen recken sichin das Blau des Himmels. Von der Höhe stürzen die Wasser-falle, am Ufer klemmt sich da und dort ein Häuschen, seltenerein kleines Dorf ein; alles ist ernst und still. Führt doch amNordufer nicht einmal eine Straße, stückweise sogar auch keinFußpfad hin.
Aber wenn der Föhn kommt, dann hört die Stille auf;kein See der Schweiz ist im Südsturm furchtbarer als dieser,und Menschenkraft ist nicht imstande, ihm die Spitze zu bieten.Auch duldet er nie eine Eisdecke; der Zllrichsee friert zuweilenzu, aber der Walensee nie.
Am untern Ende des Sees, in Wesen, wird die Landschaftfrei; eben erstreckt sie sich nach Westen und Süden. Die Aus-sicht nach der letztem Seite hin ist einzig in ihrer Art. Dasfleißig bebaute, mit Dörfern geschmückte Feld zieht sich ohnejede Erhöhung bis an den Fuß der Gebirge, die es bekränzen.Da droht der Mürtschenstock herunter, dort die vielgezackteWiggiskette, im Süden glänzen die Eisränder des Elärnischund ganz im Hintergründe die Berge der Tödigruppe, beiHellem Sonnenschein eine unwiderstehlich lockende, zur Berg-fahrt ladende Pracht. Aber schön ist es auch, wenn Gewitterdarüber ziehen und die verirrten Sonnenstrahlen schräg überdie Felder blitzen, oder wenn im Winterfrost drunten gegenden Zürichsee hin der Nebel wie eine Mauer steht und hier