Die Marktweiber in der Stadt. — Auf einem Grabe.
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9. Und doch meint so ne Her,
Er feig weiß Wunder mehr,
Und lueget ein numme halber a.
Es dunkt mi aber, er irr si;
„Chromet süeßi Chirsi!"
Mi Hans isch an no e Ma.
10. Rich sin si, 's isch kei Frog,
's Geld het nit Platz im Trog.
Mir thuet bim Bluest e Büeßli weh,Bin ihne heißt es: Dublone,
„Chromet grüeni Bohne!"Und hen no alliwil meh.
11. Was chost en Jmmis nit?
's Heißt numme: Mul, was witt?Pastetli, Strübli, Fleisch und-Fisch,Und Törtli und Makrone.
„Chromet grüene Bohne!"Der Platz fehlt ufem Tisch.
12. Und erst der Staat am Lib!Me cha's nit seh vor Chib.
Lueg numme die chospcre Junten a!
I wott, sie schenkte mir sie,
„Chromet schwarzi Chirsi!"Sie chönnte mini drum ha.
13. Doch isch eim 's Herz bitrüebt,Se gib em, was ein bliebt,
Es schmeckt em nit und freut en nit;Es goht eim wie de Chranke.
„Chromet süeßen Anke!"
Was thuet me denn dermit?
14. Und het me Chrüz und Harm,Sen isch me ringer arm;
Me het nit vil und brucht nit vilUnd isch doch sicher vor Diebe,„Chromet geli Rüebe!"
Z'leht chunnt men o zum Zil.
15. Jogell, wenn's Stündli schlacht?He jo, 's bringt jedi Nacht
E Morgen, und me freut si druf.
Gott het im Himmel Chrone,
„Chromet grüeni Bohne!"
Mer wen do das Gäßli uf!
108. Auf einem Grabe.
Johann Peter Hebel.
1. Schlvf wohl, schlof wohl im chüele Bett!De ligsch zwor hert uf Sand und Chis;
Doch spürt's di müede Rucke nit.
Schlof sanft und wohl!
2. Und 's Deckbett lit der, dick und schwerIn d'Höchi gschüttlet, ufem Herz.
Doch fchlofsch im Fride, 's druckt di nit.Schlof sanft und wohl!
3. De fchlofsch und hörsch mi Bhüetdi Gott,De hörsch mi sehnli Chlage nit.
Wär's besser, wenn de's höre chönntsch?
Nei, weger nei!
4. O 's isch der wohl, es isch der wohl!
- Und wenni numme bi der wär,
Se wär scho alles recht und guet!
Mer tolten is.
Bächtold, Lesebuch I.
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