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Zwingt,.
Hauptmann Lavater die Umstehenden: „Biderben Leute", sprach er,„seid tröstlich und fürchtet euch nicht! Müssen wir gleich leiden, soist die Sache doch gut. Befehlet euch Gott, der kann unser und derUnsrigen pflegen. Gott walte über sie!" — Nun ging es an einenharten Kampf. Mit Steinen ward, wie mit Waffen, gekämpft nachalter Schweizersitte. Ein solcher Steinwurf streckte Zwingst zu Boden,als er eben in der Nähe eines Birnbaumes einem NiedersinkendenWorte des Trostes zusprach. Noch auf den Knieen sich haltend, riefer aus: „Den Leib können sie zwar töten, doch die Seele nicht",und fiel dann rücklings mit zusammengefalteten Händen und genHimmel gerichteten Augen nieder. Seine Lippen bewegten sich im stillenGebete. In dieser Lage trafen ihn mehrere Altgläubige und fragtenihn, ob er beichten wolle und einen Priester begehre; auch ermähntensie ihn, die Heiligen anzurufen. Zwingst aber schüttelte den Kopf.„So stirb denn, hartnäckiger Ketzer!" rief der entrüstete HauptmannVokinger von Unterwalden und gab ihm den Todesstreich.
Mögen auch die Berichte im einzelnen über Zwinglis Hinschiedabweichen, er starb den Tod des Helden und ward unter den Heldengefunden; denn von Zürich allein deckten 600 die Walstatt. Zwingstsoll noch im Tode ein frisches farbiges Aussehen gehabt haben, geradewie er es auf der Kanzel zu haben Pflegte, wenn er am eifrigstenpredigte. Tränen flössen aus den Augen der ihn erkennenden Freunde.Rohe Schadenfreude malte sich zum Teil auf dem Angesicht der Gegner;doch machten mehrere derselben eine würdige Ausnahme. Hans Schön-brunner, ehemals Konventherr zu Kappel, konnte sich der Tränen nichtenthalten. „Welcher auch", sprach er, „dein Glaube gewesen, ich weiß,daß du ein redlicher Eidgenosse warst. Gott sei deiner Seele gnädig!"Ungestüm verlangten die Wildesten die Zerstückelung des Leichnams.Schultheiß Golder und Ammann Thos von Zug entgegneten: „Lassetdie Toten ruhn, noch sind wir nicht am Ende! Gott wird richten."Solche Stimmen der Mäßigung wurden aber überhört. Ein Ketzer-gericht ward über der Leiche gehalten. Sie ward durch den Scharf-richter von Luzern gevierteilt, verbrannt und die Asche mit Schweins-asche vermischt. Doch das Herz ward gerettet. Thomas Platter solles aus den Flammen erhäscht und als ein Heiligtum seinem FreundeMyconius nach Zürich gebracht haben. Daß dieser aber, der balddarauf nach Basel ging, es selbst in den Rhein geworfen habe, umes nicht zu einem Gegenstand abergläubischer Reliquienverehrung zumachen, würde, wenn es anders Grund hätte, mehr ein Beweis desgroßen Eifers als zarter Freundschaft sein. Allein diese Erzählungist nicht verbürgt.
In Zwinglis Schicksal und seinem Heldentod sehen wir etwas