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III/1 (1895) [Elektricität und Magnetismus (II)] / unter Mitwirkung von Prof. Dr. F. Auerbach, Dr. E. Brodhun, Prof. Dr. F. Braun, Dr. S. Czapski, Dr. P. Drude, Prof. Dr. K. Exner, Prof. Dr. W. Feussner, Dr. L. Grätz, Prof. Dr. H. Kayser, Prof. Dr. F. Melde, Prof. Dr. A. Oberbeck, Prof. Dr. J. Pernet, Dr. F. Pockels, Dr. K. Pulfrich, Prof. Dr. Fr. Stenger, Dr. R. Straubel, Dr. K. Waitz ; herausgegeben von Dr. A. Winkelmann
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Magnetische Messungen.

3) Schlussergeb niss. Für die Combination der Ergebnisse beider Beob-achtungen zur Gewinnung des Endergebnisses sind noch zwei Bemerkungen vonWichtigkeit, die sich beide auf die Frage der Vergleichbarkeit der beidenMessungsreihen beziehen. Wie nämlich schon bei den Ablenkungsbeobachtungen,so muss auch, und zwar in erhöhtem Maasse, während der Dauer der Gesammt-versuche jede der beiden Grössen M und H als constant angesehen werden,wenn das Resultat exakt ausfallen soll. In Wahrheit ändert sich aber erstensder Erdmagnetismus selbst im Laufe einiger Stunden um merkliche Beträge;soweit diese Aenderungen unregelmässige sind, würden sie sich der Berücksich-tigung entziehen, und es dürfen daher derartige Messungen zu Zeiten ausser-gewöhnlicher magnetischer Erscheinungen nicht ausgeführt werden, ausgenommenwenn die letzteren selbst Gegenstand der Untersuchung sind; regelmässige Aen-derungen kann man, da sie ohnehin klein sind, auch ohne ihre Kenntniss da-durch eliminiren, dass man die Schwingungsbeobachtungen vot den Ablenkungs-beobachtungen anstellt und sie nach ihnen wiederholt, wobei man allerdings an-nehmen muss, dass während dieser Zeit H entweder nur fällt oder nur steigt,was in den frühen Vormittagsstunden und in den späteren Nachmittagsstundenmeist der Fall ist. Der andere Punkt betrifft in gleicher Weise die etwaigenAenderungen von M während der Versuche; Umstände, welche solche Aende-rungen hervorrufen könnten, z. B. Ei schütterungen und Temperaturände-rungen, sind also zu vermeiden, letztete eventuell durch Bestimmung der»Temperaturcoefficienten« a aus zwei vergleichenden Beobachtungen bei recht ver-schiedenen Temperaturen zu berücksichtigen, sodass alsdann M( 1 adi) an dieStelle von M tritt. Insbesondere aber bedingt der Umstand einen Fehler, dasssich der Magnetstab mit seiner Längsaxe bei den Ablenkungsbeobachtungen(gleichviel ob man erste oder zweite Hauptlage anwendet) in Ost-West-Richtung,bei den Schwingungsbeobachtungen dagegen in Nord-Süd-Richtung befindet unddass er folglich wegen des im ersten Falle nicht, wohl aber im zweiten Fallemitwirkenden Magnetismus der Lage (s. ob. pag. 50 ) bei den Schwingungeneinen etwas stärkeren Magnetismus besitzt als bei den Ablenkungen, wodurchder Werth von H zu gross wird. Das exakte Mittel um diesen Fehler zu be-seitigen, würde darin bestehen, dass man den Stab bei beiden Beobachtungen indieselben Verhältnisse bringt, also ihn entweder beide Mal dem Magnetismusder Lage aussetzt oder diesen beide Male ausschliesst. Jeder von diesen Wegenist theoretisch möglich, wenn er auch praktisch kaum grössere Bedeutung bean-spruchen dürfte. Im ersten Falle 1 ) führt man die Schwingungsbeobachtungenganz wie bisher aus, die Ablenkungsbeobachtungen dagegen in modificirter Form;geht man nämlich von der ersten Hauptlage aus, wo der Stab der Länge nachauf der Ost-West-Schiene liegt, bringt man ihn nun in die Querlage, sodass ergar nicht auf die Nadel wirkt und verschiebt man ihn nun in der Richtung seinereigenen Verlängerung, so erhält man wieder eine Wirkung, die man messen und,da der Magnetismus der Lage mitwirkt, exakt mit den Schwingungsbeobachtungencombiniren kann; verschiebt man ihn speciell so lange, bis der Cosinus desWinkels, den die von seiner Mitte zur Nadelmitte gezogene Linie mit seiner Rich-tung, d. h. mit dem magnetischen Meridian bildet, j/^- ist, so wird, wie sichleicht findet, die von ihm ausgeübte Kraft f/2 mal so gross wie in der ersten Haupt-lage, sodass in den Formeln M y 2 an die Stelle von M tritt; man wird übrigens gut

*) Maxwell, El. u. Mag. 2, pag. 34.

2 ) Joule, Proc. Phil. Soc. Manchester, 19. März 1867.