Uebersicht der Grunderscheinungen.
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(P. 204.)
Inductionsströme, wenn der Magnet allein rotirt (Fig. 205) und gleichzeitig inA und B die Ableitungen zum Galvanometer angebracht sind. Doch sind indiesem Fall die Inductionsströme erheblich schwächer 1 ). Diese Erscheinungenwurden später als »unipolare Induction« bezeichnet.
10) Zwei gleich lange Drähte von Kupfer und Eisensind nebeneinander so auf einen Cylinder gewickelt, dassein in den Innenraum eingeführter Magnetstab in den-selben Inductionsströme von entgegengesetzter Richtungerregt. Werden die freien Enden derselben auf der einenSeite mit einander verbunden, während an den beidenEnden die Zuleitungen zum Galvanometer angebrachtsind, so zeigt dasselbe bei Einführung eines Magnets indie Doppelspirale keine Ablenkung. Aus diesen und ausähnlichen Versuchen ist zu schliessen, dass der Vor-gang der Induction unabhängig von dem Materialdes Leiters ist. Dies ist auch dann der Fall, wennder Leiter aus einer leitenden Flüssigkeit besteht 3 ).
11) Da nach Versuch 1) in jedem Draht ein Strom inducirt wird, wenn ineinem benachbarten, parallelen Draht ein Strom entsteht oder verschwindet, sowar zu vermuthen, dass bei einer einzigen Rolle, in welcher ein Strom zu fliessenbeginnt oder aufhört, jede Windung auf die benachbarten eine inducirendeWirkung ausüben würde. Derartige Inductionsströme, welchealso in dem eigenen Stromkreis bei Aenderungen der Strom-intensität entstehen, bezeichnet man als Extraströme.
Faraday untersuchte dieselben eingehend, indem er einen,ihm von Jenkin mitgetheilten Versuch weiter verfolgte. Letztererhatte gefunden, dass man einen kräftigen, elektrischen Schlagerhält, wenn man eine Kette öffnet, in deren Schliessungs-kreis sich ein Elektromagnet befindet, und dabei die Zu-leitungen zu dem Elektromagnet mit beiden Händen berührt.
Faraday beobachtete, dass dieselbe Wirkung — nur schwächer— auch dann eintritt, wenn an Stelle des Elektromagnetseine Drahtspirale ohne Eisenkern oder überhaupt nur einlanger, geradlinig verlaufender Draht sich befindet. Dagegenerfolgte kein Schlag, wenn die Kette durch einen kurzen Draht geschlossen war.Ebenso wie die physiologischen Wirkungen verhalten sich die Oeffnungsfunkenan der Unterbrechungsstelle. Sie sind stark, wenn die Schliessung einen Elektro-magnet enthält, dagegen sehr schwach bei einem kurzen Verbindungsdraht. Faradayerklärt diese Erscheinungen durch das Entstehen eines Inductionsstromes beiUnterbrechung des Stromkreises, wobei die elektromotorische Kraft ihren Hauptsitzin den Windungen der Spirale hat. Es gelang ihm die verschiedensten Wirkungendieses »Oeffnungsextrastromes« nachzuweisen. Um durch denselben dieNadel eines Galvanometers abzulenken, wurde die folgende Anordnung getroffen.Die Kette K (Fig. 206) enthält in ihrem Schliessungskreis eine Rolle R (gewöhn-lich mit Eisenkern). In der Zweigleitung AB befindet sich ein Galvanometer G.Die Ablenkung der Nadel desselben durch den Zweigstrom z, wird durch eineeinseitige Hemmung verhindert. Wird jetzt der Stromkreis in C unterbrochen,
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(P. 205.)
*) Exp. res. II., No. 217—230.3 ) Exp. res. II., No. 198—216.