37°
Induction.
Hiernach ist diejenige elektromotorische Kraft 1, welche von der Einheitder horizontalen Magnetkraft in einem Drahtkreis von der Flächeneinheit indu-cirt wird, wenn derselbe um einen vertikalen Durchmesser um 90 ° gedrehtwird. Es wird später gezeigt werden, dass in dem absoluten elektromagnetischenMaasssystem s = 1 zu setzen ist. Ist daher die Intensität des magnetischenKraftfeldes nach absolutem Maass gemessen, so erhält man bei Ausführung desbeschriebenen Versuches eine elektromotorische Kraft, welche auf die oben an-gegebene absolute Einheit bezogen ist. Hierauf beruht eine wichtige Methodeder absoluten Widerstandsbestimmung. Der für diesen Zweck von W. Weberconstruirte Apparat »der Erdinductor« besteht aus einem kreisförmigen (oderauch polygonal gestalteten) Holzrahmen von grossen Dimensionen und ist miteiner grösseren Anzahl von Windungen bewickelt. Derselbe kann mit Hilfeeiner Kurbel um eine vertikale Axe gedreht werden. Da die Bestimmung derWindungsfläche F der Drahtspule aus Einzelmessungen bei der Herstellungoft keine grosse Genauigkeit, jedenfalls aber später keine Controle gestattet, so istvon F. Kohlrausch 1 ) eine Methode angegeben, um dieselbe direkt zu bestimmen.Zu dem Zweck wird durch die Spule ein constanter Strom geleitet. Letztererwirkt dann ablenkend auf die entfernte Magnetnadel einer Tangentenbussole,durch welche der Strom ebenfalls hindurchgeht. Man erhält auf diese Weise dieWindungsfläche im Vergleich zum Stromkreis der Tangentenbussole. Mit ver-wandten Methoden haben sich noch F. Himstedt 8 ) und A.Heydweiller 3 ) beschäftigt.
2) In der Axe eines Kreisstromes vom Radius R befinde sich ein Magnet,
bestehend aus den Mengen ± jj. in der Entfernung /von einander (Fig. 1217). Die Entfernungen der Polevom Kreiscentrum sind z und l ■+■ z. Das elektro-
X vfLJL—Sf*
** magnetische Potential des Magnets in Bezug auf denDrahtkreis und dementsprechend die elektromotorischeKraft beim Entstehen oder Verschwinden des Magnetis-mus beträgt:
V
(P. 217.)
I -\r Z
± 2lt(X
1 /R* + (/ + *)
]/F+ z
(19)
wenn man e = 1 setzt.
Liegt -+- p. auf der andern Seite des Kreisstromes, ist also z negativ, so er-reicht die elektromotorische Kraft ihren grössten Werth für z —— //2:
4irp. l
E -yR2 + (i/ 2 ) 2 '
An Stelle des Drahtkreises befinde sich
eine Drahtrolle von der Länge L und demRadius R (Fig. 218). Die Gesammtzahl derWindungen sei N. Die Entfernung des Mittel-punkts der Rollenaxe von dem Mittelpunktdes Magnets sei a. Es soll wieder die elektro-
r (p. 218.)
motorische Kraft beim Entstehen und Verschwinden des Magnets berechnetwerden. Man erhält dieselbe, indem man die potentielle Energie mit Hilfe des
vorigen Ausdrucks in der Weise berechnet, dass man denselben mit — j— multi-
plicirt und zwischen den Grenzen zt Z/2 integrirt.
] ) F. Kohlrausch, Wied. Ann. 18, pag. 513—533. 1883.3 ) F. Himstedt, Wied. Ann. 18, pag. 433—441. 1873.
3 ) A. Heydweiller, Wied. Ann. 41, pag. 876—888. 1890.