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Induction.
werthet. Um elektrische Schwingungen von beliebig zu veränderndem Phasen-unterschied bei gleicher Schwingungsdauer zu erhalten, benutzte derselbe 1 * ) eineModifikation des KoHLRAUSCH’schen Sinusinductors (Fig. 225), den wir als»Doppelinductor« bezeichnen wollen. Zu dem Zweck werden zwei Multipli-katoren so angebracht, dass der Magnet (eine magnetisirte Stahlplatte M) in ihremInnern rotirt und dass die Windungsebenen derselben einen beliebigen Winkelmit einander bilden können. Auf diese Weise lieferte der Apparat zweiWechselströme, deren Phase beliebig verändert werden kann, wenn man demWinkel AMB andere Werthe giebt.
Ein weiteres wichtiges Hilfsmittel zum Studium elektrischer Schwingungenist das Telephon' 1 ). Dasselbe kann allerdings nur bei Nullmethoden angewandtwerden, indem es nur gestattet festzustellen, ob in einer Leitung ein Strom vor-handen ist oder nicht, zeichnet sich aber dafür durch grosse Empfindlichkeitgegen schwache Stromschwankungen aus.
Bei einer anderen Reihe von Apparaten werden durch die Einwirkung elek-trischer Schwingungen auf Magnete oder auf Eisen periodische Bewegungen her-vorgerufen, welche durch besondere Hilfsmittel sichtbar gemacht werden. Wirerwähnen zunächst das »Spiegeloscillometer« und das »Gasflammen-oscillometer« von R. Colley 3 ), von denen das erste zu einer Reihe vonMessungen benutzt und später noch vervollkommnet wurde 4 ). Dasselbe bestehtaus einem sehr leichten, mit einem kleinen Magnetstab versehenen Spiegel imInnern einer Drahtrolle, durch welche die Schwingungen gehen, welchen derSpiegel, wenn auch nur mit kleiner Amplitude, folgt. Vor dem Spiegel rotirteine Scheibe mit einer feinen Durchbohrung, durch welche Lichtstrahlen auf denSpiegel fallen. Ruht derselbe, so zeigt das Spiegelfeld eine verticale Lichtlinie,bei Schwingung derselben aber eine Sinuscurve. Ferner hat O. Frölich 5 ) einesinnreiche Methode angegeben, elektrische Schwingungen durch photographischeNachbildung zu fixiren. Zu dem Zweck wird ein Spiegel an einer Telephonplattezwischen Rand und Mitte befestigt. Auf denselben fallen parallele Lichtstrahlen,werden reflektirt und treffen dann einen rotirenden, polygonalen Spiegel undnach der zweiten Reflexion die photographische Platte. Der zu untersuchendeStrom geht durch die Windungen des Telephons. Die dadurch erzeugteSchwingungsbewegung des Lichtpunktes combinirt sich mit der hierzu senkrechtendurch den rotirenden Spiegel bewirkten Bewegung, so dass eine Curve ent-steht, welche den Stromverlauf darstellt.
Unter der Bezeichnung »optisches Telephon« hat M. Wien 6 ) eine Vor-richtung beschrieben, mit welcher man Wechselströme messen resp. ihr Vor-handensein nachweisen kann. Auch hier werden die Schwingungen einerTelephonmembran durch einen mit derselben verbundenen Spiegel sichtbargemacht. Auf denselben fallen die von einem beleuchteten Spalt kommendenStrahlen, die durch ein Fernrohr beobachtet werden. Bei Schwingungen desSpiegels wird das scharfe Spaltbild zu einem breiteren Lichtband. DerApparat ist besonders empfindlich für Schwingungen einer bestimmten Periode.Aus diesem Grund werden bei Benutzung desselben die Schwingungen durch
>) A. Oberbeck, Wied. Ann. 19, pag. 213—226. 1883.
а ) lieber die Beschreibung desselben vergl. Art. »Telephon«; Hanb. 3 (2),
3 ) R. Colley, Wied. Ann. 26, pag. 432—456. 1888.
4 ) R. Colley, Wied. Ann. 28, pag. 1 — 20. 1886; Wied. Ann. 44, pag. 102—108. 1891.
5 ) O. Frölich, Elektrot. Zeitschr. 10, pag. 65. 1889.
б ) M. Wien, Wied. Ann. 42, pag. 593—621; Wied. Ann. 44, pag. 681 — 688. 1891.