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III/1 (1895) [Elektricität und Magnetismus (II)] / unter Mitwirkung von Prof. Dr. F. Auerbach, Dr. E. Brodhun, Prof. Dr. F. Braun, Dr. S. Czapski, Dr. P. Drude, Prof. Dr. K. Exner, Prof. Dr. W. Feussner, Dr. L. Grätz, Prof. Dr. H. Kayser, Prof. Dr. F. Melde, Prof. Dr. A. Oberbeck, Prof. Dr. J. Pernet, Dr. F. Pockels, Dr. K. Pulfrich, Prof. Dr. Fr. Stenger, Dr. R. Straubel, Dr. K. Waitz ; herausgegeben von Dr. A. Winkelmann
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391
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Wechselströme oder elektrische Schwingungen.

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eine besondere Unterbrechungs Vorrichtung (eine schwingende Seite) erregt,deren Schwingungszahl mit derjenigen des Spiegelsystems in Uebereinstimmungzu setzen ist. Das optische Telephon hat den Vortheil, dass es nur auf Schwingungendieser Periode reagirt, so dass es nicht erforderlich ist, als Stromquelle einenApparat mit einfachen Sinusschwingungen anzuwenden.

In der Technik bedient man sich ferner zur Messung der Wechselströmeder Elektrometer und der Calorimeter. Verbindet man zwei Punkte einesWechselstromkreises mit einem Quadrant-Elektrometer, und zwar das eine Paargegenüberliegender Quadranten mit dem einen Punkt, das andere Paar und diebewegliche Nadel mit dem anderen Punkt, so ist der Ausschlag dem Mittelwerthedes Quadrats der Spannungsdififerenz der beiden Punkte proportional. Ist derWiderstand zwischen den beiden Punkten inductionsfrei, so lässt sich daraus derMittelwerth des Quadrats der Stromstärke berechnen. Es ist:

(^^ = C/ 2 V. (27)

Berechnung von Wechselströmen. Versuche über den Verlauf der-selben. Anwendungen von Wechselströmen bei wissenschaftlichen

Untersuchungen.

1) Einfacher Stromkreis mit periodischer, elektromotorischer Kraft.

wo hier wie in der Folge:

w -t- pj

<U

dt

= E 0 cos (int),

gesetzt ist.

oder:

wo:

Man findet:

Eg [w cos imf) -+- mp sin (int)]d w 2 - 1 - m 2 p 2

A =

/== A cos (mt <p),

E 0 mp

, tang cp =-

j/ w 2 -+- m 2 p 2 w

(29)

(30)

(31)

Während also nur bei sehr grossem Widerstand des Stromkreises oder beisehr langsamen Schwingungen die Stromstärke annähernd der elektromotorischenKraft proportional ist, so wird allgemein durch Mitwirkung der Selbstinductionzweierlei bewirkt:

a) Es findet eine scheinbare Vergrösserung des Widerstandes statt. Manbezeichnet wohl den Ausdruck: ~^w 2 -t- m 2 p 2 als scheinbaren oder virtuellenWiderstand (englisch: impedance).

ß) Die Stromschwingung erhält einen Phasenunterschied gegen die elektro-motorische Kraft und zwar eine Verzögerung.

Wir schliessen hier noch eine Bemerkung an. Der Mittelwerth der Stromstärke

J A sin (m f),

T

0

Der Mittelwerth des Quadrats derselben:

( 33 )