Wechselströme oder elektrische Schwingungen.
39 £
Im Falle dieses Maximums ist:
E () sin ( mt ) | / p
w V c
mit der Bedingung:
nfi = -j- .pc
Erfüllt man dieselbe, indem man p sehr gross, c sehr klein wählt, so wächstder Potentialunterschied zu einem hohen Werth 1 ).
3) Einfacher Stromkreis mit periodischer Stromquelle und einer eingeschaltetenFlüssigkeitszelle mit polarisirbaren Elektroden. Die Ermittelung der Einflüsseeiner solchen Zelle auf elektrische Schwingungen ist von Werth für die Be-stimmung des Widerstandes von Flüssigkeiten mit Hilfe von Wechselströmen.Die ersten Untersuchungen hierüber rühren von F. Kohlrausch 2 ) her. Derselbemachte die Annahme, dass in Folge des Durchgangs des Wechselstroms durchdie Zelle eine Gegenkraft entsteht, welche der ganzen hindurchgegangenenElektricitätsmenge proportional ist. Hiernach kann man der Differentialgleichungfür die Stromstärke die Form geben:
w / + p
E 0 cos ( mt ),
0
wo k eine von der Grösse und dem Material der Elektroden, sowie von derNatur der Flüssigkeit abhängige Constante 3 ) bedeutet. Diese Gleichung wirdidentisch mit (35), wenn man
c
setzt. Die angeführte Hypothese kann alsoauch so formulirt werden, dass man diePolarisationszelle als einen Condensator(eigentlich als zwei hintereinander ge-schaltete Condensatoren, vergl. Fig. 226)
J
Jfatfrode.
cdtnode.
von constanter Capacität ansieht. (P. 22 b.)
Die Gleichung für die Stromstärke ist daher dieselbe wie bei dem vorigenProblem, wenn man an Stelle von c : \/k setzt.
Eingehende Untersuchungen hierüber sind von A. Oberbeck 4 ) und R. Falk 5 )angestellt worden. Dabei wurde der Umstand benutzt, dass durch Einschaltungder Polarisationszelle eine Phasenänderung des Wechselstroms stattfindet 6 ). MitHilfe des OBERBECK’schen Doppelinductors konnte hierdurch am Elektrodynamo-meter ein Ausschlag hervorgebracht werden, während der polarisirende Stromallein (ohne Zelle) nach der Methode der elektrodynamischen Interferenzen einensolchen nicht bewirkte.
*) Puppin, Sill. Journ. 45, pag. 325. 1893.
2 ) F. Kohlrausch, Pogg. Ann. 148, pag. 143—154. 1873, und Jubelband, pag. 290bis 303. 1874.
3 ) Von F. Kohlrausch als »erste Polarisationsconstante« bezeichnet.
4 ) A. Oberbeck, Wied. Ann. 19, pag. 213—226, 625—649. 1883; 21, pag. 139 — 158. 1884.
5 ) R. Falk, Inauguraldissertation. Beiträge zur galvanischen Polarisation der Wechselströme.Halle 1883.
6 ) Die Phasenänderung durch Polarisation wurde auch durch A. Winkelmann (Wied. Ann.20, pag. 91, 1883] nachgewiesen.