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Technische Anwendungen der Induction.
Dasselbe hat besonders die folgenden Vorzüge:
a) Derselbe Apparat kann als Sender und Empfänger dienen.
b) Galvanische Ketten sind bei der Uebertragung der Sprache nicht er-forderlich.
c) Die durch das BELL’sche Telephon erregten, elektrischen Ströme sindnicht discontinuirlich, sondern es sind Wechselströme.
d) Das Telephon ist leicht zu handhaben, stets zum Gebrauch bereit.
Hiernach kann also das Telephon an beiden Stationen (zum Sprechen und
zum Hören) benutzt werden. Dies geschah anfänglich fast überall.
Dagegen hat man später, bei Beibehaltung des Telephons als Empfänger,für den Sender einen anderen, kurze Zeit nachher erfundenen Apparat, das Mikro-phon benutzt, der dann besonders vorzuziehen ist, wenn es sich um die Ueber-tragung von schwachem Schall durch Leitungen von grossem Widerstand handelt.
Wir gehen nun zu einer kurzen Beschreibung der eben genannten Apparate,sowie der für den Fernsprechverkehr getroffenen Einrichtungen über, indem wirfür alle Einzelheiten auf die folgenden Specialwerke verweisen.
Th. Schwartze, Telephon, Mikrophon, Badiophon. A. Hartleben’s Elektro-technische Bibliothek. 3. Auf!. 1892.
C. Grawinkel, Lehrbuch der Telephonie und Mikrophonie. Berlin, J. Springer.1884. —
V. Wietlisbach, Die Technik des Fernsprechens. A. Hartleben’s Elektro-technische Bibliothek. 1886.
B. Telephon und Mikrophon.
Das BELL’sche Telephon besteht (Fig. 307) aus einem Stahlmagnet (meistvier prismatische Lamellen) ALS Derselbe ist mit Polschuhen aus weichemEisen versehen, von denen der eine eine Spirale von dünnem,gut isolirtem Draht und ziemlich grossem Widerstand trägt.Unmittelbar darüber ist in dem Holzgehäuse des Magnetseine dünne Eisenmembran befestigt.
Wird durch die Schallöffnung gegen dieselbe gesprochen,so wird der Magnetismus des aus Stahlmagnet und Eisen-membran bestehenden Systems vergrössert oder verkleinert,je nachdem die Membran sich dem Pol nähert oder vonihm entfernt. Dementsprechend entstehen in der Drahtrolleperiodisch verlaufende Ströme, welche den Schwingungender Eisenmembran genau entsprechen. Von den Klemm-schrauben KK' des ersten Telephons geht der Wechselstromzu den Polklemmen des zweiten Telephons und verstärktoder schwächt dort die magnetische Wirkung des Stahl-magnets auf die Eisenplat e. In Folge dessen führt dieselbeeine Schwingungsbewegung aus, welche sie der Luft mit-theilt. Die Verdichtungen und Verdünnungen repräsentirendaher eine der ersten sehr ähnliche Schallbewegung, aller-dings von viel geringerer Intensität.
Das BELL’sche Telephon muss gerade in Folge 'seinerEinfachheit in construktiver Beziehung als ein Meisterwerkbezeichnet werden.
Die einzige, wesentliche Verbesserung, welche dasselbe später erfahren hat,besteht in der Ersetzung des einfachen Magnetstabes durch einen Hufeisenmagnet.
(P. 307.)