Telephon und Mikrophon.
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Hierdurch wird erreicht, dass die Eisenmembran in zwei Punkten anstatt ineinem angegriffen wird und dadurch Schwingungen von grösserer Amplitude aus-führt, und dass andererseits die Inductionswirkung verdoppelt wird, indem manbeide Pole mit Rollen versieht.
Zweipolige Telephone wurden construirt von Siemens und Halske, Ader,Gower u. A.
Das Telephon ist stets als Empfänger benutzt worden. Dagegen wird esgewöhnlich vortheilhafter sein, als Sender einen Apparat zu gebrauchen, welcherWechselströme von grösserer Amplitude hervorbringt, als ein Telephon. Diesleistet das Mikrophon. Dasselbe wurde in principiell sehr ännlichen Formen,gleichzeitig von R. Lüdtge, Hughes, Berliner u. A. im Jahre 1878 angegeben.
Bei diesem Apparat bewirken die Luftschwingungen in der folgenden Weiseperiodische Veränderungen eines elektrischen Stromes.
Eine dünne, gegen Schallschwingungen empfindliche Platte (meist von Holz)trägt zwei Stücke von Kohle, welche mit schwachem Druck gegen einander ge-presst sind.
Bei Erregung der Platte durch den Schall wird die Berührungsstelle derbeiden Kohlenstücke derart verändert, dass ihr Widerstand gegen einen hindurch -gehenden, galvanischen Strom abwechselnd grösser und kleiner wird. An Stelleder Kohle kann man auch andere leitende Substanzen, besonders Metalle, be-nutzen. Die Empfindlichkeit wird vergrössert, wenn man mehrereveränderliche Contakte in den Stromkreis einschaltet.
Die Mikrophone haben für den praktischen Gebrauch eineReihe verschiedener Constructionen erhalten, von denen sichdiejenigen von Ader, Crossley, Berliner und Blake besondersbewährt haben.
Als Beispiel lassen wir hier eine kurze Beschreibung einesBLAKE’schen Mikrophons folgen.
Der Schall trifft bei demselben (Fig. 308) zunächst die Eisen-membran E, gegen welche die Contakte P und K mit schwachemDruck sich anlehnen. Hiervon ist P eine kleine, an einerschwachen Feder befestigte Platinkugel, K eine in einer Messing-fassung sitzende Kohlenplatte. Die ganze Contaktvorrichtung ist an einemEisenbügel B befestigt. Durch Anziehen der Schraube A kann man bewirken,dass der Druck, mit welchem E, P, K gegen einander gepresst werden, grösserwird. Bei Erregung der Eisenplatte durch Schall nimmt der Druck zwischen Pund K periodisch zu und ab.
Ist in den Stromkreis des Mikrophons und einer Kette, welche nicht zustark sein darf, ein Telephon eingeschaltet, so wirken die Stromschwankungenbei Erregung des veränderlichen Contaktes auf dasselbe derart, dass es tönt.
In der Praxis hat man es aber aus verschiedenen Gründen vorgezogen,den ßatteriestrom nicht direkt durch das Telephon zu leiten, sondern für letztereseinen Inductionsstrom zu benutzen, welcher durch die Schwankungen des Batterie-stromes hervorgebracht wird. Letzterer geht deshalb durch die eine Wickelungeines kleinen Inductionsapparats mit Eisenkern, während das Telephon mit densecundären Windungen in Verbindung steht. Das Inductorium ist gewöhnlichinnerhalb des Holzkastens des Mikrophons angebracht. Die primäre Wickelungbesteht aus einer kleineren Anzahl Windungen eines dicken, die secundäreWickelung dagegen aus einer grossen Anzahl Windungen dünnen Drahts.
(P. 308.)