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Technische Anwendungen der Induction.
Hierdurch wird zunächst bewirkt, dass in dem Kreis des Telephons keinconstanter Strom verläuft, sondern ein Wechselstrom. Da gewöhnlich die Win-dungen des Telephons einen grösseren Widerstand besitzen und hierzu nochder Widerstand von Leitungen kommt, deren Länge unter Umständen 1000 kmübersteigt, so würde der Batteriestrom sehr schwach sein und die Widerstands-änderungen der Contaktstelle nur einen sehr kleinen Bruchtheil des Gesammt-widerstandes betragen. Durch die getroffene Anordnung erhält dagegen dersecundäre Stromkreis eine sehr viel höhere elektromotorische Kraft. Die Ampli-tuden des Wechselstroms haben daher trotz des grossen Widerstandes nocheinen beträchtlichen Werth.
C. Fernsprechanlagen.
Nach den bisherigen Auseinandersetzungen würde eine praktisch brauchbareFernsprecheinrichtung in ihrer einfachsten Form für jeden Theilnehmer auseinem Sender (Telephon oder Mikrophon) und einem Empfänger (Telephon)bestehen, wobei eventuell dasselbe Telephon für beide Zwecke dienen kann.Hierzu kommt aber noch eine Vorrichtung, durch welche man benachrichtigtwird, dass eine Unterredung beginnen soll oder umgekehrt, durch welche derTheilnehmer selbst seinen Wunsch zu sprechen ausdrticken kann.
Es dient dazu eine elektromagnetische Klingel, welche als Wecker be-zeichnet wird. Dieselbe wird entweder dadurch erregt, dass eine galvanischeKette geschlossen wird (Batteriewecker), oder durch Drehung einer kleinenmagnetelektrischen Maschine (Wechselstromwecker). Wird die erste Formbenutzt, so ist die Einrichtung getroffen, dass durch Abnehmen des Telephonsvon dem Fernsprechapparat der Stromschluss erfolgt. Dient ein Mikrophon alsSender, so wird ebenfalls durch Abnehmen des Telephons der Stromkeis des-selben geschlossen.
Die angeführten Apparate, die gewöhnlich an einem Brett befestigt sind,bilden eine Einzelstation. Von derselben geht eine Leitung nach einer Central-station, dem Vermittelungsamt.
Die Leitungen werden entweder oberirdisch oder unterirdisch geführt undbestehen aus dünnem Kupferdraht.
Laufen, wie gewöhnlich, mehrere Leitungen längere Strecken parallel nebeneinander, so tritt der Uebelstand ein, dass der Wechselstrom der einen Leitunginducirend auf die Nachbarleitungen wirkt, so dass man auf derselben ebenfallsdas in der ersten Leitung geführte Gespräch hören kann und dass durch dieNebengeräusche die Verständigung erschwert ist. Bei oberirdischen Leitungenwird dies am einfachsten vermieden, wenn man, mit Verzicht auf Benutzung derErdleitung, die Verbindung durch zwei neben einander laufende Drähte herstellt(Schlaufe), da jetzt die in dem einen Draht inducirte elektromotorische Kraftdurch eine gleich grosse, aber entgegengesetzt wirkende Kraft in dem zweitenDraht aufgehoben wird.
Unterirdische Leitungen werden benutzt, wenn die Anzahl parallelerLeitungen auf derselben Strecke sehr gross ist. In diesem Fall werden die ein-zelnen, isolirten Leitungen zu einem Kabel vereinigt. Hier würde die Wechsel-induction noch störender wirken. Man hat verschiedene Methoden, dieselbe zuverringern, z. B. dadurch, dass man jeden einzelnen Draht mit einer dünnen,metallischen Schutzhölle (Stanniol) versieht.
Eine eingehendere Beschreibung einer Centralstation würde hier zu weitführen. Es müssen dort zunächst Signalapparate vorhanden sein, welche den